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Setzen Sie sich dafür ein,dass Deutschland einer Fassung mit anlassloser Durchsuchung privater Nachrichten nicht zustimmen? Meine privaten Daten und Bilder sollen privat bleiben!

Julia Eisentraut vor verschwommenem, städtischen Hintergrund
Julia Eisentraut
BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN
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Frage von Mandy P. •

Setzen Sie sich dafür ein,dass Deutschland einer Fassung mit anlassloser Durchsuchung privater Nachrichten nicht zustimmen? Meine privaten Daten und Bilder sollen privat bleiben!

Justizministerin Hubig hat im Oktober 2025 erklärt, anlasslose Chatkontrolle müsse in einem Rechtsstaat tabu sein und Deutschland werde solchen Vorschlägen auf EU-Ebene nicht zustimmen. Das Bundesministerium, das im Rat federführend ist, verwies zuletzt darauf, dass es in der Bundesregierung keine Einigung gebe. Da Enthaltungen im Rat bei qualifizierter Mehrheit als Gegenstimmen zählen, hat die deutsche Position besonderes Gewicht.

Über eine Antwort würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen.

Julia Eisentraut vor verschwommenem, städtischen Hintergrund
Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Ja, ich setze mich dafür ein, dass Deutschland keiner Regelung zustimmt, die anlasslose Durchsuchungen privater Nachrichten ermöglicht. Der Schutz persönlicher Kommunikation ist ein Kernbestandteil unseres Rechtsstaats. Wenn digitale Dienste verpflichtet oder ermutigt werden, private Nachrichten automatisch zu durchsuchen, betrifft das nicht nur einzelne Verdachtsfälle, sondern die alltägliche Kommunikation von Millionen Menschen. Solche Verfahren greifen tief in die Privatsphäre ein und sind ohne konkreten Anlass weder verhältnismäßig noch wirksam.

Viele Länder, zuletzt auch Justizministerin Hubig, haben klar gesagt: Anlasslose Kontrollen privater Chats dürfen in einem Rechtsstaat nicht stattfinden. Gleichzeitig zeigt die aktuelle Diskussion auf EU‑Ebene, dass Teile der Bundesregierung inzwischen Vorschläge unterstützen, die freiwillige automatische Durchsuchungen wieder ermöglichen sollen. Diesen Kurs halte ich für falsch, weil er die Tür für immer weitergehende Überwachungsmaßnahmen öffnet.

Deutschland hat im Rat der Europäischen Union besonderes Gewicht, weil Enthaltungen wie Gegenstimmen wirken. Gerade deshalb braucht es eine klare Linie: Wir müssen gezielt gegen schwere Straftaten vorgehen, aber immer mit konkretem Anlass, klaren rechtlichen Grenzen und dem Schutz sensibler Daten. Eine flächendeckende oder anlasslose Überwachung privater Kommunikation darf es in keinem Fall geben.

 

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