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Werden Sie den Erhalt des SEZ unterstützen?

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Julian Schwarze
BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN
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Frage von margit s. •

Werden Sie den Erhalt des SEZ unterstützen?

Guten Tag Herr Schwarze,

der SEZ-Bau muss erhalten bleiben. Das SEZ war bis 2024 teilweise in Betrieb. Für mehrere Bereiche besteht Sanierungsbedarf. Die Tragkonstruktion ist hingegen vollständig intakt. Warum sollen bestehende Ressourcen vernichtet werden? Abriss und Neubau sind mit Berlins Klimazielen nicht vereinbar. Friedrichshain hat eine der höchsten Einwohnerdichten europaweit und ist bei der sozialen Infrastruktur unterversorgt. Zusätzlicher Wohnungsbau an dieser Stelle verschärft diese Probleme. Warum wird der Wunsch nach Erhalt des Berliner SEZ ignoriert? Was soll der Abriss des Berliner SEZ kosten? Warum sind diese Kosten nicht längst offengelegt? Warum die Eile beim Abreißen?
Freundliche Grüße,
Margit Schmitt

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Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Hallo Frau S.,

vielen Dank für Ihre Frage. Wir Grüne fordern seit langem, dass der Abriss des SEZ gestoppt wird. Aus unserer Sicht ist es nicht vertretbar, eine weitgehend intakte Gebäude- und Infrastruktur vorschnell aufzugeben. Wir setzen uns deshalb weiterhin für eine neue Machbarkeitsstudie ein, die den Erhalt des SEZ ausdrücklich untersucht. Erst auf dieser Grundlage kann verantwortungsvoll entschieden werden, welche städtebauliche Lösung den heutigen Anforderungen am besten entspricht. Das dies gehen würde, zeigen auch bereits mehrere Alternativentwürfe.

Auch aus Klima- und Ressourcenschutzgründen sprechen gewichtige Argumente dafür, den Bestand zu erhalten. Der Gebäudebestand ist ein erheblicher „grauer Energie“-Speicher und darf nicht einfach abgerissen werden. Im Sinne einer ökologischen und nachhaltigen Bauwende setzen wir uns generell für den Bestandserhalt statt Abriss und Neubau ein - auch im Sinne der Klimaziele.

Wir kritisieren seit Langem, dass der Senat keine Prüfung vorgenommen hat, die den Erhalt des SEZ mitdenkt. Die von der WBM vorgelegte Machbarkeitsstudie hat den Fortbestand des SEZ und mögliche Kombinationslösungen mit Wohnungsbau von vornherein ausgeschlossen. Gerade vor dem Hintergrund der hohen Einwohner*innendichte in Friedrichshain und dem mangel an sozialer und sportlicher Infrastruktur halten wir dieses Vorgehen für falsch.

Zu den Kosten: Nach unserem Kenntnisstand sind die vollständigen und belastbaren Abrisskosten bislang nicht transparent offengelegt worden. Genau diese fehlende Kostentransparenz ist aus unserer Sicht ein großes Problem. Bevor irreversible Entscheidungen getroffen werden, braucht es eine nachvollziehbare Gesamtabwägung von Abriss-, Sanierungs- und Folgekosten.

Ebenso teilen wir die Kritik an der zeitlichen Dynamik. Es ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar, warum bereits Schritte in Richtung Abriss unternommen werden, bevor die parlamentarische Debatte - insbesondere im zuständigen Ausschuss - abgeschlossen ist.

Viele Grüße
Julian Schwarze

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