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Mobilität im ländlichen Raum: Welche neuen Radwegverbindungen wird es mit Ihnen in naher Zukunft im Kreis BKS-WIL geben?

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Karina Wächter
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Frage von Katrin L. •

Mobilität im ländlichen Raum: Welche neuen Radwegverbindungen wird es mit Ihnen in naher Zukunft im Kreis BKS-WIL geben?

Sehr geehrte Frau Wächter, auch hier im ländlichen Raum gibt es viele Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen (Gesundheit, Alter, finanzielle Lage, Sprache...) kein Auto haben oder fahren wollen bzw. können. Wie stellen Sie sicher, dass auch diese Menschen mobil sind, wenn es wie derzeit keine vernünftigen, sicheren Radwege außerhalb des Moseltals gibt? Wenn Busse und Haltestellen nicht behindertengerecht / seniorengerecht sind und die Taktung ausbaufähig? Wenn Tempo 30 in Ortschaften nicht möglich sei, weil "der Verkehr" fließen muss?

Alles wird dem Auto untergeordnet, schwächere Verkehrsteilnehmer bleiben unbeachtet.

Welche neuen Radwegverbindungen wird es mit Ihnen in naher Zukunft im Kreis BKS-WIL geben?

Danke.

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Antwort von CDU

Liebe Frau L.,

Sie sprechen ein Thema an, das mir als Abgeordnete für unsere ländlich geprägte Region sehr am Herzen liegt: Mobilität ist eine Grundvoraussetzung für Teilhabe am gesellschaftlichen Leben – und das darf nicht vom Besitz eines Autos oder dem Alter abhängen.

Ich verstehe Ihre Kritik sehr gut. Es hilft niemandem, wenn wir über die Verkehrswende philosophieren, aber die Großmutter im Dorf nicht zum Arzt kommt oder Jugendliche keine sicheren Radwege zur Ausbildung finden.

Hier ist meine Position zu den von Ihnen genannten Punkten:

Radwege im Kreis Bernkastel-Wittlich: Dass wir im Moseltal touristisch gut aufgestellt sind, ist schön, aber für den Alltag der Menschen auf den Höhen (Eifel und Hunsrück) nützt das wenig. Mein Ziel ist es, das Radverkehrskonzept zu beschleunigen. Wir müssen Lücken zwischen den Ortsgemeinden schließen, damit das Rad auch abseits der Freizeit eine echte Option wird. Konkret werde ich mich für die Priorisierung der Verbindungen einsetzen, die Schul- und Pendlerwege sichern.

Bedarfsorientierter ÖPNV: Es kann nicht die Lösung sein, riesige Busse leer durch unsere Dörfer fahren zu lassen – das ist weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll. Wir müssen ehrlich sein: Wenn die Oma aus Altersgründen ihren Führerschein abgibt, ist sie oft auch nicht mehr in der Lage, weite Strecken bis zur nächsten Haltestelle zu laufen oder schwere Einkäufe im Linienbus zu bewältigen.

Meine Vision ist daher ein On-Demand System statt starrer Fahrpläne. Ich sehe die Zukunft in einem intelligenten Mix. Auf den Hauptstrecken brauchen wir verlässliche Pendelbusse in enger Taktung. Auf den Nebenstrecken und in den Ortslagen setze ich voll auf Rufbus-Systeme (On-Demand). Diese Busse fahren nur dann, wenn sie wirklich gebraucht werden, und sammeln die Menschen – wo immer möglich – direkt ein. Das ist flexibel, bürgernah und holt die Menschen dort ab, wo sie leben.

Tempo 30 und Sicherheit: „Verkehrsfluss“ darf kein Totschlagargument gegen die Sicherheit der Schwächeren sein. Ich setze mich dafür ein, dass die Kommunen mehr Entscheidungsfreiheit bekommen, wo Tempo 30 vor Kitas, Schulen oder Seniorenheimen sinnvoll ist, ohne dass erst langwierige bürokratische Hürden in Mainz oder Berlin überwunden werden müssen.

Miteinander statt Gegeneinander: Mir ist wichtig, dass wir die verschiedenen Verkehrsarten nicht gegeneinander ausspielen. Das Auto wird auf dem Land wichtig bleiben, aber es darf den Raum für Fußgänger und Radfahrer nicht erdrücken.

Gerne lade ich Sie ein, mir konkrete Gefahrenstellen oder fehlende Verbindungen in Ihrem direkten Umfeld zu nennen. Ich nehme diese Hinweise gerne mit.

Herzliche Grüße

Karina Wächter

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