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Wie ist Ihre Position zur Kürzung der Psychotherapeutischen Leistungen?

Katrin Uhlig
Katrin Uhlig
BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN
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Frage von Salmon S. •

Wie ist Ihre Position zur Kürzung der Psychotherapeutischen Leistungen?

Ich bin praktizierender Psychotherapeut in Ihrem Wahlkreis und möchte Ihnen meinen Hintergrund darlegen:

Ich habe für die Ausbildung zum Psychotherapeuten und Kauf des Kassensitzes etwa 250.000 - 300.000 Euro und 5 Jahre nach meinem Psychologiestudium investiert (Ausbildungskosten, Verdienstausfall während PT-Zeit etc.). Psychotherapeuten wurden zu meiner Zeit geschröpft, während der Ausbildung. Sie kostete Geld (ca. 30.000 Euro) und man musste ohne Entgelt in Kliniken arbeiten. Keine andere Arztgruppe erhielt ihre Approbation unter solch schlechten Voraussetzungen.

Ich bin den Weg trotzdem gegangen, habe eine Praxis mit Hilfe eines Kredites in Ihrem Wahlkreis geöffnet (mit Kassensitz). Nun ist die Situation vor dem Hintergrund der Inflation sowieso angespannt und die Psychologen sollen keine Nullrunde in der Inflation machen, sondern die Leistungen werden gekürzt. Konsequenz: Ich kann keine geringfügige beschäftigen und/ oder muss mehr Privatpatienten behandeln.

Katrin Uhlig
Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Lieber Herr S.,

vielen Dank für Ihre Frage und die Darstellung Ihrer Perspektive. Mich erreichen viele Fragen, Mails und Schreiben zu genau diesem Thema. 

Für uns in der Grünen Bundestagsfraktion ist klar: Wir halten die vom Erweiterten Bewertungsausschuss beschlossene Honorarkürzung für psychotherapeutische Leistungen für in dieser Form schwer nachvollziehbar.  

Bereits heute sind Wartezeiten zu lang, der Bedarf an psychotherapeutischer Versorgung steigt und Praxen stehen unter wirtschaftlichem Druck. All das verschlechtert sich mit der Honorarkürzung. 

Daher braucht es keine Vorschläge, die die Versorgungslage verschlechtern, sondern wir müssen sie verbessern. Hilfsangebote müssen schneller und niedrigschwelliger verfügbar sein, es braucht eine gezielte Bedarfsplanung für Kinder und Jugendliche, die Angleichung der Versorgung in Stadt und Land sowie der adäquateren Versorgung für Menschen mit schweren und chronischen psychischen Erkrankungen. Als Bundestagsfraktion haben wir dazu folgenden Antrag eingebracht: https://dserver.bundestag.de/btd/21/049/2104954.pdf 

All das kann ohne Fachkräfte nicht funktionieren. Daher braucht es endlich die Absicherung der Finanzierung der psychotherapeutischen Weiterbildung. 

Mit freundlichen Grüßen 

Katrin Uhlig

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