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Wieso wird an Stellen gespart, wo so viel bewirkt werden kann? Warum wird das Thema mentale Gesundheit so sehr mit Füßen getreten?

Katrin Uhlig
Katrin Uhlig
BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN
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Frage von Laura Z. •

Wieso wird an Stellen gespart, wo so viel bewirkt werden kann? Warum wird das Thema mentale Gesundheit so sehr mit Füßen getreten?

Sehr geehrte Frau Uhlig,

ich schreibe Ihnen mit einem Anliegen, dass mir sehr am Herzen liegt. Kürzlich hat der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen die Mittel für die Vergütung von PsychotherapeutInnen gekürzt. Das bedeutet für die aktuelle eh schon schlimme Versorgungssituation von psychisch kranken Menschen eine weitere Verschlechterung. Nicht nur wird so ein ganz fatales Signal gesendet, es ist auch finanziell eine sehr kurzsichtige Entscheidung. Psychotherapie lohnt sich so sehr, weil es Patienten wieder arbeitsfähig macht, vor Burnouts und schlimmeren Erkrankungen schützt und (nicht irrelevant!), weil sie auch Leben rettet!
Zudem wird es dafür sorgen, dass PsychotherapeutInnen dazu gezwungen sein werden, mehr Privatpatienten zu behandeln um ihre Kosten zu decken. Eine weitere Benachteiligung der gesetzlich Versicherten.
Bitte setzen Sie sich dafür ein, dass dieser Beschluss so nicht bestehen bleibt.

Mit freundlichen Grüßen
Laura Z.

Katrin Uhlig
Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Liebe Frau Z.,

vielen Dank für Ihre Frage und die Darstellung Ihrer Perspektive. Mich erreichen viele Fragen, Mails und Schreiben zu genau diesem Thema. 

Für uns in der Grünen Bundestagsfraktion ist klar: Wir halten die vom Erweiterten Bewertungsausschuss beschlossene Honorarkürzung für psychotherapeutische Leistungen für in dieser Form schwer nachvollziehbar.  

Bereits heute sind Wartezeiten zu lang, der Bedarf an psychotherapeutischer Versorgung steigt und Praxen stehen unter wirtschaftlichem Druck. All das verschlechtert sich mit der Honorarkürzung. 

Daher braucht es keine Vorschläge, die die Versorgungslage verschlechtern, sondern wir müssen sie verbessern. Hilfsangebote müssen schneller und niedrigschwelliger verfügbar sein, es braucht eine gezielte Bedarfsplanung für Kinder und Jugendliche, die Angleichung der Versorgung in Stadt und Land sowie der adäquateren Versorgung für Menschen mit schweren und chronischen psychischen Erkrankungen. Als Bundestagsfraktion haben wir dazu folgenden Antrag eingebracht: https://dserver.bundestag.de/btd/21/049/2104954.pdf 

All das kann ohne Fachkräfte nicht funktionieren. Daher braucht es endlich die Absicherung der Finanzierung der psychotherapeutischen Weiterbildung. 

Mit freundlichen Grüßen 

Katrin Uhlig

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