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Ich finde es sehr schade, dass es im Landkreis Würzburg keine stellvertretende Landrätin mehr gibt. Wieso hat ihre Partei, die gerne sich als ,,Feministisch” beschreibt keine Frau nominiert?

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Kerstin Celina
BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN
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Frage von Marion M. •

Ich finde es sehr schade, dass es im Landkreis Würzburg keine stellvertretende Landrätin mehr gibt. Wieso hat ihre Partei, die gerne sich als ,,Feministisch” beschreibt keine Frau nominiert?

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Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Sehr geehrte Frau M.,

Auch ich bedauere es sehr, dass alle Vertreter des Landrats im Landkreis Würzburg Männer sind. Bei drei Männern an der Spitze des Landkreises fühle ich mich nicht gut repräsentiert, als Bürgerin, als Frau und als Kreisrätin und ich vermute, Ihnen würde es ebenso gehen.

Wir GRÜNE leben Frauenförderung auf allen Ebenen. Paritätische Besetzung und Frauen auf den ersten Listenplätzen sind für uns selbstverständlich. Wir legen Wert darauf, frauenfreundliche Arbeitsbedingungen im parteipolitischen Ehrenamt überall umzusetzen und sind damit erfolgreich: wir finden immer ausreichend Frauen, die auf unseren Listen kandidieren und die werden auch in die Gremien gewählt. Bei den meisten anderen Parteien sieht das anders aus, Sie wissen das. 

Wir GRÜNE hatten in der letzten Legislaturperiode, von 2020 bis 2026, mit Frau H. eine Frau nominiert als stellvertretende Landrätin. Die SPD hat 2020 Frau H.-K. als stellvertretende Landrätin erfolgreich zur Wahl vorgeschlagen. CSU und FW haben 2020 und auch jetzt, 2026, nur Männer nominiert. Das widerspricht dem Grundsatz der Gleichberechtigung und ich bedauere, dass CSU und FW ihre Verantwortung, Gleichberechtigung  umzusetzen, immer noch nicht wirklich ernst nehmen.  

Für die letzte Bundestagswahl haben wir GRÜNE eine Frau aus dem Landkreis nominiert, Jessica Hecht. Sie ist nur sehr knapp am Einzug in den Bundestag gescheitert und würde nachrücken, falls eine*r unserer Abgeordneten aus irgendeinem Grund das Amt nicht mehr wahrnehmen könnte.

Für die Landratswahl im Rahmen der  Kommunalwahl haben wir GRÜNE Herrn W. nominiert.  Herr W. kam in die Stichwahl und hatte ein sehr gutes Ergebnis erzielt - es hat nicht viel gefehlt, und wir hätten einen GRÜNEN Landrat bekommen im Landkreis Würzburg 😀. Dass wir ihn in dieser Situation als stellvertretenden Landrat nominieren, ist selbstverständlich, oder? Dazu kommt: unsere hochgeschätzte, bisherige stellvertretende Landrätin, Frau H. hat für sich im Vorfeld entschieden, sich nicht mehr für diesen Posten zur Verfügung zu stellen.

Jetzt sind zwei Dinge passiert: 

- CSU und die FW haben beide - wie schon 2020 - wieder einen Mann nominiert als Vertreter 

- CSU und FW haben den vierten Landratsposten gemeinsam abgeschafft, so dass der SPD und ihrer Kreisrätin Frau H.-K. nicht ermöglicht wurde, als stellvertretende Landrätin Termine im Landkreis zu übernehmen. 

Ist das fair  und gerecht? Nein, das ist es nicht. Und es ärgert mich - und viele, viele Frauen sehr, dass jetzt sechs Jahre lang auf jedem Termin im Landkreis ein Mann den Landkreis vertritt.

Wir GRÜNE alleine können das nicht verändern, und ich freue mich, wenn Menschen wie Sie die verschiedenen Parteien und Entscheidungsträger auf ihre direkte und persönliche Verantwortung aufmerksam machen. Dass Gleichberechtigung nicht nur eine Aufgabe für die GRÜNEN ist, versteht sich wohl von selbst. Deshalb danke ich allen, die sich bei allen (!) demokratischen Parteien dafür einsetzen. 

Gleichberechtigung passiert nicht einfach so, auf dem Weg dahin brauchen wir Quotenregelungen und paritätisch besetzte Führungspositionen in Politik, Wirtschaft, Ehrenamt - einfach überall!

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