Wie setzen Sie Ihre Kritik konkret in wirksame Maßnahmen um, damit die Honorarkürzung gestoppt wird und die Versorgung psychisch erkrankter Menschen gesichert bleibt?
Sehr geehrter Herr Holetschek,
vielen Dank für Ihre klare Positionierung zu den geplanten Kürzungen der psychotherapeutischen Honorare.
Ihre Einschätzung, dass hier ein falsches Signal gesetzt wird, entspricht der Realität unserer täglichen Arbeit mit Menschen in akuten Krisen, einschließlich Suizidalität und Selbstverletzung.
Gerade deshalb stellt sich für uns die Frage, wie diese Haltung konkret wirksam wird. Sie verweisen auf Zuständigkeiten auf Bundesebene, betonen aber zugleich politischen Handlungsbedarf.
Vor diesem Hintergrund wäre es wichtig zu erfahren, welche konkreten Schritte Sie planen oder bereits angestoßen haben, um eine Korrektur dieser Entwicklung zu erreichen.
Besonders schwer nachvollziehbar bleibt, dass für eine Einsparung von lediglich etwa 0,05 % Maßnahmen in Kauf genommen werden, die die wirtschaftliche Stabilität psychotherapeutischer Praxen gefährden.
Ich würde mich über eine Konkretisierung Ihres weiteren Vorgehens sehr freuen.
Sehr geehrte Frau K.,
vielen Dank für Ihre Nachfrage.
Für mich ist klar: Die geplante Honorarkürzung um 4,5 Prozent ist das falsche Signal. Sie gefährdet die wirtschaftliche Stabilität ambulanter psychotherapeutischer Praxen und damit auch die Versorgung psychisch erkrankter Menschen.
Genau deshalb haben wir als CSU-Fraktion eine politische Initiative im Bayerischen Landtag angestoßen. Unser Ziel ist, dass der Beschluss des Bewertungsausschusses überprüft und von der Selbstverwaltung nachverhandelt wird, damit die wirtschaftliche Tragfähigkeit ambulanter psychotherapeutischer Praxen gesichert und eine angemessene Vergütung gewährleistet bleibt.
Auch wenn wir im Bayerischen Landtag auf die Honorargestaltung nicht unmittelbar Einfluss nehmen können, ist für uns klar: Wir müssen auf Bundes- und Landesebene die ambulante psychotherapeutische Versorgung stärken, damit die tatsächlichen Versorgungsbedarfe der Bevölkerung gedeckt werden können. Politische Zuständigkeitsfragen dürfen kein Vorwand dafür sein, bei einer erkennbaren Fehlentwicklung untätig zu bleiben.
Ich werde mich daher weiterhin mit Nachdruck dafür einsetzen, dass psychische Gesundheit den Stellenwert erhält, den sie verdient – als unverzichtbarer Bestandteil einer funktionierenden Gesellschaft und eines leistungsfähigen Gesundheitssystems.
Mit freundlichen Grüßen
Klaus Holetschek
