SPD in der Krise: Warum werden die Parteivorsitzenden nicht von ihren Ministerämtern entbunden, um sich vollständig der Erneuerung und Stabilisierung der Partei zu widmen?

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Matthias Miersch
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Frage von Christine C. •

SPD in der Krise: Warum werden die Parteivorsitzenden nicht von ihren Ministerämtern entbunden, um sich vollständig der Erneuerung und Stabilisierung der Partei zu widmen?

Herr Miersch,

die SPD befindet sich aus meiner Sicht in einer existenziellen Krise und braucht dringend programmatische und inhaltliche Erneuerung. Gleichzeitig hat sich die politische Realität grundlegend verändert. Was vor 20 oder 30 Jahren noch praktikabel gewesen sein mag, Parteivorsitz und Ministeramt zu verbinden, stößt heute angesichts einer globalisierten, multipolaren und sich rasant verändernden Welt an Grenzen. Sowohl ein Ministeramt als auch der Vorsitz einer Volkspartei erfordern volle politische und zeitliche Aufmerksamkeit.

Daher meine Fragen an Sie als Fraktionsvorsitzenden und Teil der Parteiführung:

1. Wer trägt die politische Verantwortung für diese Doppelfunktion?

2. Warum werden die regierenden Parteivorsitzenden nicht von ihren Ministerämtern entbunden, damit sie sich vollständig der Erneuerung und Stabilisierung der SPD widmen können?

3. Welche konkreten Gründe sprechen aus Sicht der Parteiführung in dieser Situation der SPD gegen diese personelle Trennung?

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Antwort von SPD

Sehr geehrte Frau C.,

 

Vielen Dank für Ihre Nachricht auf die ich nachfolgend gern eingehe.

 

Ich bin fest davon überzeugt, dass Personaldiskussionen allein die inhaltlichen Herausforderungen unseres Landes, beziehungsweise der SPD als Regierungspartei nicht lösen werden. Gegenwärtig gilt mein Fokus der Konkretisierung und Verabschiedung der aktuellen Reformbemühungen der Bundesregierung. Mit Blick auf letztere halte ich Personaldiskussionen aktuell für nicht geboten.

 

Die SPD hat unterschiedliche Erfahrungen mit der von Ihnen angesprochenen Fragestellung gemacht. Alle Modelle haben Vor- und Nachteile. In der aktuellen Situation halte ich es zum Beispiel für angezeigt, die Kräfte zu bündeln. Parteivorsitzende, die jenseits der Alltagspolitik eigene Vorstellungen entwickeln, können ein Vorteil sein, es kann allerdings auch zu erheblichen Reibungsverlusten kommen, die letztlich auch wieder negative Folgen haben können.

 

Sehr geehrte Frau C., ich hoffe ich konnte Ihnen mit meiner Rückmeldung helfen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Matthias Miersch

 

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