Der Wachstumszwang der Wirtschaft ist exponentiell. Können Sie etwas gegen ihn tun, ohne dass wir auf gutes Wachstum verzichten müssen?

Özlem Demirel
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Frage von Alexander H. •

Der Wachstumszwang der Wirtschaft ist exponentiell. Können Sie etwas gegen ihn tun, ohne dass wir auf gutes Wachstum verzichten müssen?

Hi

wir haben weltweit den exponentiellen Wachstumszwang der Wirtschaft (kann das gut gehen?). Schauen Sie sich den Energieverbrauch der KI an.

Man sagt, die KI spart auch Energie ein, aber ich glaube nicht, dass sie so viel einspart, wie sie in Zukunft verbraucht.

https://www.washingtonpost.com/technology/2024/09/18/energy-ai-use-electricity-water-data-centers/

Gründe für den Wachstumszwang sind z. B. Versicherungen und die Börse als auch Banken und die hohen Steuern.

Aber die Frage ist: Können Versicherungen und Hauskredite auch staatlich sein, sodass das überschüssige Geld an die Bürger zurückgeht, z. B. in Form von Arbeitslohn-Subventionen oder Gewinn-Subventionen?

Das Nächste ist: Die meisten Unternehmen sind gar nicht an der Börse. Vielleicht könnten wir ohne Börsenunternehmen modern leben.

Das waren meine Gedanken.

https://alleantworten.de/wie-viele-firmen-gibt-es-weltweit

https://www.eu-umweltbuero.at/inhalt/umfrage-buergerinnen-wollen-kein-wachstum-um-jeden-preis?ref=

Özlem Demirel
Antwort von Die Linke

Sehr geehrter Herr H., 

vielen Dank für Ihre Fragen und Gedanken.

Ihre Sorge über den Wachstumszwang und die damit verbundenen ökologischen Folgen ist berechtigt. Auf einem Planeten mit begrenzten Ressourcen kann der Verbrauch von Energie und Rohstoffen nicht unbegrenzt wachsen. Als Die Linke kritisieren wir deshalb eine Wirtschaftsweise, die Profite über Mensch und Umwelt stellt und auf der Ausbeutung von Menschen und Ressourcen beruht.

Unser Ziel ist kein Wachstum um jeden Preis, sondern eine sozial-ökologische Transformation. Wir brauchen Investitionen in erneuerbare Energien, klimafreundliche Infrastruktur und öffentliche Daseinsvorsorge. Gleichzeitig müssen wir den Energie- und Ressourcenverbrauch senken. Entscheidend ist nicht, dass die Wirtschaft insgesamt immer weiter wächst, sondern welche Bereiche wachsen, welche zurückgebaut werden und wem dies zugutekommt.

Ihre Überlegungen zu staatlichen Banken und Versicherungen greifen dabei eine wichtige Frage auf: Wer entscheidet über Investitionen und wer profitiert von den Gewinnen? Wir setzen uns dafür ein, wirtschaftliche Entscheidungen stärker am Gemeinwohl statt an privaten Renditeinteressen auszurichten. Öffentliche und genossenschaftliche Eigentumsformen sowie demokratische Mitbestimmung können dazu einen wichtigen Beitrag leisten.

Mit freundlichen Grüßen 

Özlem Alev Demirel

Mitglied des Europäischen Parlaments

Fraktion The Left 

https://www.die-linke.de/partei/parteidemokratie/parteivorstand/parteivorstand-2022-2024/detail-beschluesse-pv/news/die-linke-und-die-sozial-oekologische-transformation/

https://www.die-linke.de/fileadmin/user_upload/Wahlprogramm_Langfassung_Linke-BTW25_01.pdf 

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