Guten Tag, ich würde gerne wissen, wie Sie zur geplanten Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung stehen?
Guten Tag Herr Hildenbrand,
ich würde gerne wissen, wie Sie zur geplanten Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung stehen. Befürworten Sie dieses Modell? Falls ja, warum halten Sie es für die richtige Lösung? Und wie möchten Sie dabei sicherstellen, dass Menschen mit körperlich belastenden Berufen oder gesundheitlichen Einschränkungen nicht benachteiligt werden?
Vielen Dank für Ihre Antwort.
Sehr geehrte Frau G.,
vielen Dank für Ihre Frage.
Die von der Bundesregierung eingesetzte Alterssicherungskommission hat im Juni 2026 insgesamt 33 Empfehlungen für die langfristige Reform der Altersvorsorge in Deutschland vorgelegt.
Die Kommission schlägt unter anderem vor, dass das Renteneintrittsalter moderat angehoben und an die steigende Lebenserwartung gekoppelt werden soll. Legt man die aktuell erwartete Entwicklung der Lebenserwartung zugrunde, so würde die Regelaltersgrenze etwa alle zehn Jahre um ein halbes Jahr steigen.
Klar ist: Eine steigende Lebenserwartung und der demografische Wandel stellen unser Rentensystem vor große Herausforderungen. Deshalb wird es aus meiner Sicht notwendig sein, auch über eine längere Lebensarbeitszeit zu sprechen. Diese Diskussion muss jedoch mit Augenmaß geführt werden und beispielsweise die unterschiedlichen Belastungen verschiedener Berufsgruppen berücksichtigen.
Entscheidend ist zudem, dass Menschen überhaupt gesund bis zum Renteneintritt arbeiten können. Deshalb gehören Prävention und Rehabilitation untrennbar zu einer nachhaltigen Rentenpolitik. Eine längere Lebensarbeitszeit kann nur funktionieren, wenn die gesundheitlichen Voraussetzungen dafür geschaffen werden. Daher begrüße und unterstütze ich die Empfehlung der Alterssicherungskommission, den bisherigen Rehadeckel aufzuheben, damit notwendige Rehabilitationsmaßnahmen bedarfsgerecht finanziert werden können.
Mit freundlichen Grüßen
Oliver Hildenbrand
