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Wie stehen Sie zur EXPO 2035? Sie haben auf Abgeordnetenwatch neutral angegeben.

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Pascal Grothe
BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN
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Frage von Heike G. •

Wie stehen Sie zur EXPO 2035? Sie haben auf Abgeordnetenwatch neutral angegeben.

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Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Liebe Frau G.,

danke für Ihre Frage und das Interesse an meiner Begründung zum Standpunkt "neutral". 

Meine Position zur Expo 2035 ist bewusst eine mit Vorbehalt: Ich lehne die Bewerbung nicht ab, aber ich sage aktuell auch kein klares Ja – aus drei konkreten Gründen, die ich im folgenden gerne erläutere:

Wir Bündnisgrüne haben im Wahlprogramm festgehalten, dass wir eine nachhaltige Expo 2035 unterstützen, wenn sie die Bau- und Verkehrswende sowie eine klimafreundliche, sozial gerechte Stadtentwicklung messbar voranbringt. Diese Bedingung ist für mich keine Formsache, sondern der eigentliche Maßstab, an dem ich das Projekt messe.

Zur Finanzierung: Wie hoch die Kosten tatsächlich ausfallen und wer sie am Ende trägt – Bund, Land oder Wirtschaft –, ist bis heute nicht öffentlich beziffert. Jeder Euro für die Ausstellung steht im Wettbewerb mit anderen wichtigen Investitionen an anderer Stelle in der Stadt - etwa bei Schulen, dem Nahverkehr oder der Sportinfrastruktur. Ohne belastbare Zahlen kann ich keine endgültige Entscheidung treffen.

Zur Geschichte der Weltausstellungen: Sie stehen in einer kolonialen und imperialen Tradition – das zeigt sich in Berlin sogar ganz konkret, bei der Weltausstellung von 1896. Eine neue Expo darf diese Geschichte nicht übergehen, sondern muss sich ihr aktiv stellen. Auch das haben wir Bündnisgrüne im Wahlprogramm ausdrücklich benannt. Für mich ist es kein Nebenschauplatz, sondern eine ernsthafte Bedingung.

Zum Risiko der Verschwendung: Weltausstellungen haben in der Vergangenheit häufiger teure, ungenutzte Bauten hinterlassen und keine nachhaltige Stadtentwicklungsprojekte. Ob die Investitionen in Berlin wirklich über 2035 hinaus den Menschen hier zugutekommen – statt zu einer teuren Investitionsruine zu werden, die niemandem mehr nützt –, ist für mich die zentrale Frage.

Solange die Finanzierung, die historische Aufarbeitung und eine nachhaltige Nachnutzung nicht glaubwürdig geklärt sind, bleibe ich neutral: kein Nein aus Prinzip, aber auch kein Ja auf Vorschuss. Werden diese drei Punkte überzeugend beantwortet, bin ich bereit, das Projekt zu unterstützen. Bis dahin beobachte ich die Entwicklung kritisch und konstruktiv weiter.

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