Wie stimmen Sie zur geplanten weiteren Kürzung der Finanzierung ambulanter psychotherapeutischer Leistungen?
Der Versorgungsbedarf wächst seit Jahren, psychische Erkrankungen machen einen hohen Prozentsatz von Fehltagen im Arbeitsalltag aus, die Hürden für längere Therapiedauer sind durch die vorherige Genehmigungspflicht sowieso hoch; mit halbem Kassensitz (eine Hälfte vor 8 Jahren abgegeben, um mehr Versorgung zu ermöglichen) sind dann nur noch weniger Patienten behandelbar. Psychotherapie ist schon immer die am schlechtesten bezahlte Leistung im GKV-Katalog. Weniger als 1% der GKV-Ausgaben werden für ambulante PT eingesetzt - das Einsparpotenzial ist also lächerlich gering für die GKV, aber drastisch für Therapeut*innen und Patient*innen.
Sehr geehrte Frau R.,
herzlichen Dank für Ihre Frage.
Psychische Gesundheit ist keine nachrangige Frage, sondern ein zentraler Bestandteil einer verlässlichen Gesundheitsversorgung. Angesichts der immer größer werdenden Finanzierungslücke der gesetzlichen Krankenkassen und der weiterhin drohenden Beitragssatzsteigerungen ab dem kommenden Jahr müssen nun, dringender denn je, alle Akteure ihren fairen Beitrag zur solidarisch finanzierten und bezahlbaren Krankenversicherung leisten. Dazu gehört insbesondere auch, die pharmazeutische Industrie stärker in die Verantwortung zu nehmen. Die Finanzierungslücke der GKV darf nicht einseitig zulasten der Versicherten, der Versorgung vor Ort oder der Gesundheitsberufe geschlossen werden.
