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Wie sollen Hymnen zur Verbesserung der Bildungschancen beitragen?

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Peter Tomaschko
CSU
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Frage von Jakob D. •

Wie sollen Hymnen zur Verbesserung der Bildungschancen beitragen?

In Bayern wird derzeit öffentlich darüber diskutiert, bei schulischen Anlässen wie Zeugnisvergaben verstärkt Landes- oder Nationalhymnen einzubinden.

Gleichzeitig weist Deutschland – und auch Bayern – im europäischen Vergleich seit Jahren eine der schlechtesten Bilanzen bei der Chancengleichheit im Bildungssystem auf, etwa bei der sozialen Durchlässigkeit, der frühen Selektion nach der Grundschule oder der im Vergleich geringen Abdeckung mit Ganztagsschulen (u. a. laut OECD- und EU-Bildungsstudien).

Meine Frage: Welchen konkreten Beitrag leisten aus Ihrer Sicht Hymnen oder symbolpolitische Maßnahmen zur Verbesserung von Bildungschancen – insbesondere für Kinder aus sozial benachteiligten Familien – und warum werden diese Aspekte politisch priorisiert, während strukturelle Reformen im Bildungssystem nur langsam vorankommen?

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Antwort von CSU

Sehr geehrter Herr D.,

vielen Dank für Ihre Nachricht zum Vorschlag unseres Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder, bei gesellschaftlich relevanten Anlässen, wie der Verleihung von Schul- und Berufsabschlüssen, künftig die Hymnen der Bundesrepublik Deutschland und des Freistaates Bayern zu spielen.

Angesichts einer zunehmenden Entfremdung zwischen Staat und Bürgern halte ich es für eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe, das Zusammengehörigkeitsgefühl wieder stärker zu fördern. Dies gilt insbesondere für Kinder und Jugendliche. Vor dem Hintergrund steigender Fallzahlen von Gewalt- und Aggressionsdelikten in dieser Altersgruppe ist es umso wichtiger, frühzeitig Gemeinschaftssinn, gegenseitigen Respekt und Verantwortungsbewusstsein zu stärken.

Ich bin überzeugt, dass Hymnen hierfür ein bewährtes und niederschwelliges Mittel sein können. Als gemeinsame Symbole schaffen sie Identifikation und Zusammenhalt – unabhängig von Herkunft oder sozialem Hintergrund. Gerade für junge Menschen mit Migrationsgeschichte können Hymnen somit einen integrativen Zugang zur Gemeinschaft eröffnen und das Gefühl vermitteln, Teil eines gemeinsamen Ganzen zu sein. Im Übrigen nutzen viele andere Länder dieses Instrument bereits erfolgreich, um das Gemeinwohl zu stärken.

Zudem – und auch das ist ein bedeutender Gesichtspunkt – markieren gesellschaftlich relevante Anlässe wie die Verleihung von Schul- und Berufsschulabschlüssen wichtige Meilensteine im Leben junger Menschen und sind zugleich bedeutende Ereignisse für unsere gesamte Gemeinschaft. Das Abspielen der Bayernhymne, der Deutschlandhymne und der Europahymne bei diesen für die jungen Menschen bedeutenden Feierlichkeiten symbolisiert somit die Zugehörigkeit zu Bayern, Deutschland und Europa und dies ist heute mit Blick auf die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen wichtiger denn je.

In nationalen Bildungsstudien, wie z. B. dem IQB-Bildungstrend, steht Bayern im Bundesländervergleich weiterhin auf einem Spitzenplatz. Unser Ziel ist, dass die bayerischen Schülerinnen und Schüler auch künftig die beste Bildung in Deutschland erhalten. Deswegen bleibt Bildung ein Investitionsschwerpunkt in Bayern: Mehr als ein Drittel seines Haushaltsvolumens investiert der Freistaat in die Bildung – vom Kindergarten bis zur Hochschule. Allein der Etat des Kultusministeriums ist in den Jahren von 2008 bis 2025 um 8,3 Mrd. Euro auf rd. 17 Mrd. Euro angewachsen und wird vorbehaltlich der Verabschiedung des Doppelhaushalts durch den Bayerischen Landtag im Jahr 2027 nochmals auf 18,7 Mrd. Euro steigen. Hinzu kommen noch die Ausgaben für die Hochschulen und die Wissenschaft.

Ich bin fest davon überzeugt, dass sich unsere großen Investitionen in das bayerische Bildungssystem mit zusätzlichen Neuerungen, wie dem Abspielen der Hymnen in den Schulen, positiv ergänzen werden.  

Mit freundlichen Grüßen

Peter Tomaschko, MdL

 

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