Befürworten Sie die Kopplung des Renteneintritts an die Lebenserwartung? Mit 70+ als Dachdecker und in der Pflege?
Liebe Frau G.,
Ich verstehe die Sorgen der Menschen in körperlich schweren Berufen sehr gut. Wer sein Leben lang hart gearbeitet hat, auf dem Bau, in der Pflege, überall dort wo der Körper täglich an seine Grenzen kommt, dessen Lebensleistung dürfen wir nicht kleinreden.
Die Alterssicherungskommission schlägt vor, das Renteneintrittsalter moderat an die steigende Lebenserwartung zu koppeln. Etwa alle zehn Jahre ein halbes Jahr. Das klingt wenig, aber gerade für Menschen in körperlich belastenden Berufen macht das einen echten Unterschied. Deshalb ist klar: Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in seinem Beruf arbeiten kann, soll früher in Rente gehen können, ohne Verweis auf andere Tätigkeiten.
Mit 70 auf dem Dach oder in der Pflege schuften, das darf keine Realität werden. Wer nicht mehr kann, kann früher gehen. Das ist für uns nicht verhandelbar. Daran halten wir fest, wenn wir diese Vorschläge nach unseren Maßstäben bewerten. Gerechtigkeit, Respekt vor jeder Lebensleistung und Verlässlichkeit. Genau das sind die Grundlagen, auf denen die gesetzliche Rente auch künftig stehen muss.
Herzliche Grüße
Petra Köpping
