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Ich bin Psychotherapeutin in Dresden. Bei steigender Kostenbelastung wurden durch die Kassenvertreter unsere Honorare um nahezu 5% gekürzt. Wie positioniert sich die SPD dazu?

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Rasha Nasr
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Frage von Angela S. •

Ich bin Psychotherapeutin in Dresden. Bei steigender Kostenbelastung wurden durch die Kassenvertreter unsere Honorare um nahezu 5% gekürzt. Wie positioniert sich die SPD dazu?

Sehr geehrte Frau Nasr,

Bitte unterstützen Sie das Anliegen unserer Berufsgruppe nach Sicherung unserer Existenz und der guten Versorgung psychisch Kranker. Wir sehen nach der willkürlichen Honorarkürzung um nahezu 5% durch die Krankenkassenvertreter unsere Existenz bedroht und unsere Arbeit nicht wertgeschätzt, sondern abgewertet. Angesichts steigender Praxis-Unterhaltungskosten sind wir insgesamt mit deutlichen realen Einkommensverlusten konfrontiert. Die Argumentation der Krankenkassen ist nicht schlüssig.

Die Bundesgesundheitsministerin kann diese Entscheidung stoppen. Ich bitte Sie, sich dafür einzusetzen.

Mit Dank und freundlichen Grüßen

Angela S.

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Antwort von SPD

Dass die Kosten für unser Gesundheitswesen in den letzten Jahren massiv gestiegen sind, ist ein offenes Geheimnis. Die Finanzierungslücke im Bereich der Gesetzlichen Krankenversicherung ist groß, der Reformbedarf hoch, daher sind die geplanten Reformen zunächst eine logische Konsequenz aus der aktuellen finanziellen Schieflage des Systems.

Die Honorarkürzung im Bereich der Psychotherapie bei gleichzeitig gestiegenen Kosten löst nachvollziehbarerweise Unverständnis aus, gerade vor dem Hintergrund, da wir uns im Koalitionsvertrag darauf verständigt hatten, dass die psychotherapeutische Versorgung gestärkt werden soll.

Auch innerhalb der SPD-Bundestagsfraktion wird diese Frage derzeit kontrovers diskutiert, denn Einsparung im Gesundheitssystem sind aufgrund der Finanzlage leider unumgänglich. Jedoch gerade im Bereich der Psychotherapie zu sparen, erscheint vielen meiner Kollegen und auch mir selbst, als schwierig, da hier die Langzeitfolgen außer Acht gelassen werden. In unserer zunehmend komplexer werdenden Gegenwart mit ihren multiplen Krisen leiden viel mehr Menschen unter psychischen Belastungen, als dies früher noch der Fall war. Daraus ergibt sich automatisch, dass es mehr qualitative Versorgungsangebote geben sollte. Den Beruf des Psychotherapeuten immer unattraktiver zu machen, ist demnach ein Schritt in die vollkommen falsche Richtung. Was im Bereich der Psychotherapie eventuell eingespart wird, kommt durch die Hintertür an anderer Stelle wieder auf die Rechnung. Langzeiterkrankungen, Berufsunfähigkeiten etc. sind nur einige wenige Stichpunkte, die letztendlich die Sozialkassen mittel- und langfristig mehr belasten würden, als eine Kürzung von 5% bei den Honoraren kurzfristig einsparen könnte.

Noch haben wir uns innerhalb der Koalition nicht auf einen Konsens einigen können. Ich selbst werde mich aber weiterhin dafür einsetzen und innerhalb der Fraktion und Koalition dafür werben, dass die Psychotherapie in ihrer Wichtigkeit anerkannt wird und stärkere Einschnitte möglichst verhindert werden.

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