Wird etwas getan für die Sicherstellung digitaler Souveränität im Bereich technische Offenheit von Betriebssystemen, Beispiel sideloading unter Android?
Deutschland soll sich laut BuReg dafür einsetzen, dt.+europ. digitale Souveränität herzustellen.
Der Android-Hersteller Google plant, im Sept. 2026 die Offenheit seines Betriebssystems einzuschränken, insb. die Möglichkeit von sideloading, also Installation von Apps ohne Genehmigung des Konzerns, technisch zu unterbinden. Dies bedroht auch die freie Verfügbarkeit von dt. Verwaltung und dt. Wirtschaft über die Betriebssysteme eingesetzter Geräte, somit gefährden Googles geplante Maßnahmen die digitale Souveränität.
Eine umfassende Zusammenfassung finden Sie hier: https://keepandroidopen.org/de/
Meine Frage an Sie lautet: Hat man in Berlin diesen Sachverhalt auf dem Schirm? Wird etwas dafür getan, um hier die digitale Souveränität von Deutschland und EU sicherzustellen und die von Google geplanten Maßnahmen zu verhindern, und auch für weitere Betriebssysteme?
Das BMDS hat auf meine Bürgeranfrage dazu leider noch nicht reagiert.
Sehr geehrter Herr F.,
vielen Dank für Ihre Nachricht und den Hinweis auf dieses wichtige Thema.
Die Frage der digitalen Souveränität, gerade auch im Hinblick auf große Plattformanbieter und Betriebssysteme, haben wir sehr klar im Blick. Ihr konkreter Hinweis auf die Ankündigung möglicher Einschränkungen beim sogenannten „Sideloading“ unter Android berührt dabei einen wichtigen Punkt: die technische Offenheit von Systemen und die Frage, inwieweit Nutzer und öffentliche Stellen tatsächlich frei über Software und Anwendungen entscheiden können.
Auf europäischer Ebene gibt es bereits regulatorische Maßnahmen durch den Digital Markets Act, der darauf abzielt, die Marktmacht großer Plattformen zu begrenzen und fairen Wettbewerb sowie mehr Wahlfreiheit zu sichern. Genau solche Instrumente sind entscheidend, um digitale Souveränität konkret zu stärken. Auf dieser Grundlage kann das Verhalten großer Plattformen geprüft und bei Verstößen gegen EU-Recht entsprechend gehandelt werden. Sollte es also zu den von Ihnen angesprochenen Einschränkungen kommen, haben wir die passenden Instrumente, um hier entgegenzusteuern.
Gleichzeitig begleiten wir dieses Thema und Marktveränderungen auch in Deutschland stets aktiv. Dazu gehört es auch, Entwicklungen wie die von Ihnen angesprochenen frühzeitig zu prüfen und, wenn nötig, politisch darauf zu reagieren.
Unabhängig davon setzen wir uns grundsätzlich dafür ein, dass technologische Offenheit gewahrt bleibt, Wettbewerb und Innovation nicht durch einzelne Anbieter eingeschränkt werden und Staat und Wirtschaft verlässlichen Zugang zu digitalen Infrastrukturen und Anwendungen behalten. Auch deshalb treiben wir in Deutschland aktuell den Einsatz von Open-Source-Lösungen in der Verwaltung gezielt voran, um Abhängigkeiten, vor allem von einzelnen großen, häufig außereuropäischen Anbietern, zu reduzieren und unsere digitale Souveränität zu stärken.
Vielen Dank nochmals für Ihren Hinweis. Solche konkreten Rückmeldungen sind wichtig, um Entwicklungen frühzeitig einordnen zu können.
Mit freundlichen Grüßen
Ronja Kemmer
