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Apple muss sein Ökosystem öffnen, während Google Android immer weiter schließt. Warum wird diese Diskrepanz toleriert? Bitte unterstützen Sie 'Keep Android Open'!

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Sandra Boser
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Frage von David P. •

Apple muss sein Ökosystem öffnen, während Google Android immer weiter schließt. Warum wird diese Diskrepanz toleriert? Bitte unterstützen Sie 'Keep Android Open'!

Der Digital Markets Act (DMA) der EU zwingt Apple dazu, sein geschlossenes Ökosystem zu öffnen. Doch während Apple reguliert wird, schließt Google das ehemals offene Android-System immer weiter ab.

Unter dem Vorwand der Sicherheit verlagert Google essenzielle Funktionen aus dem quelloffenen Android (AOSP) in die proprietären Google Play Services. Durch restriktive Schnittstellen wie die „Play Integrity API“ werden alternative Betriebssysteme (Custom ROMs) und unabhängige Apps systematisch blockiert. Das gefährdet die digitale Souveränität, den fairen Wettbewerb und die nachhaltige Nutzung von Hardware, da ältere Geräte künstlich ausgeschlossen werden.

Die Initiative „Keep Android Open“ fordert, diese Diskrepanz zu stoppen. Android muss eine echte, barrierefreie Plattform bleiben. Verbraucher und Entwickler brauchen echte Wahlfreiheit statt neuer Monopole. Bitte setzen Sie sich politisch für ein freies Android-Ökosystem ein!

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Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Sehr geehrter Herr P.

vielen Dank für Ihre Nachfrage zum Thema freies Android-Ökosystem und Ihre kritischen Anmerkungen zum Verhältnis zwischen Digital Markets Act (DMA) und der Praxis von Google im Android-Ökosystem.

Gerne antworte ich Ihnen als Ihre Grüne-Wahlkreisabgeordnete und bitte zu entschuldigen, dass meine Beantwortung etwas Zeit in Anspruch genommen hat.

Zur Einordnung der Zuständigkeit:
Zunächst möchte ich transparent machen, dass der DMA europäisches Wettbewerbsrecht ist und in der Zuständigkeit der EU-Kommission sowie des Europäischen Parlaments liegt. Als Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg habe ich hier keine unmittelbare gesetzgeberische Zuständigkeit, anders als meine Kolleginnen und Kollegen im Europäischen Parlament oder im Bundestag, soweit nationale Umsetzungsfragen betroffen sind. Ich nehme Ihr Anliegen dennoch ernst und werde es auch inhaltlich einordnen sowie prüfen, wie ich es auf geeigneter Ebene adressieren kann.

Zur Sache:
Ihr Punkt greift eine reale Debatte auf. Der DMA hat bislang vor allem Apple als „Gatekeeper“ adressiert (u.a. Sideloading, alternative App Stores, Browser-Wahl), während Google im Android-Bereich zwar ebenfalls als Gatekeeper eingestuft wurde wie bspw. bei Google Search, Play Store und Chrome. Die von Ihnen beschriebenen Verlagerungen von Funktionen aus dem offenen AOSP in die proprietären Google Play Services (inkl. Play Integrity API) werden davon jedoch nicht direkt erfasst, da es sich formal nicht um dieselbe Art von Zugangsbeschränkung handelt wie bei Apples App Store.

Die Argumentation der Initiative „Keep Android Open“ ist nachvollziehbar: Wenn zentrale Funktionalität faktisch nur noch über proprietäre, lizenzpflichtige Dienste läuft, unterminiert das die ursprüngliche Offenheit von Android und kann Custom ROMs, alternative App-Verteilung und die Weiternutzung älterer Geräte erschweren, mit Folgen für Wettbewerb, Nachhaltigkeit und digitale Souveränität. Besondere Aufmerksamkeit verdient dieser Aspekt auch mit Blick auf künftige zentrale digitale Anwendungen wie der europäischen Digital-Identity-Wallet (EUDI-Wallet), bei denen ähnliche Fragen der Zugänglichkeit und Systemoffenheit eine Rolle spielen dürften.

Gleichzeitig gibt es die Gegenposition, die Google auch anführt: Play Integrity und ähnliche Mechanismen dienen dem Schutz vor Malware, Betrug und App-Manipulation, wovon auch Nutzerinnen und Nutzer sowie Entwicklerinnen und Entwickler profitieren. Eine vollständige Offenheit ohne Sicherheitsmechanismen birgt eigene Risiken. Die Kommission prüft hier im Rahmen ihrer laufenden DMA-Aufsicht kontinuierlich, ob und wo eine Erweiterung des Anwendungsbereichs nötig ist. Es handelt sich also um keinen abgeschlossenen, sondern einen dynamischen Prozess.

Ich werde das Thema weiterhin im Blick behalten.

Mit freundlichen Grüßen

Sandra Boser 

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Sandra Boser MdL 

 

 

 

 

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