Durch die Finanzierung der ambulanten PT durch die EGV wurden viele Folgekosten verhindert. Nun soll sie wieder gedeckelt werden, wodurch mehr Folgekosten entstehen werden! Warum macht die CDU das?
Chisholm, et al. (2016). Scaling-up treatment of depression and anxiety: a global return on investment analysis. The Lancet Psychiatry, 3(5), 415–424.
Lazar, S. G. (2014). The cost-effectiveness of psychotherapy for the major psychiatric diagnoses. Psychodynamic Psychiatry, 42(3), 423-457.
Lazar, S. G. (Ed.). (2010). Psychotherapy is worth it: A comprehensive review of its cost-effectiveness.
Psychotherapie spart nachweislich Kosten ein, wie mehrere Studien zeigen. Wenn das Ziel ist, Gesundheitskosten einzusparen, warum wird ambulante Psychotherapie nun wieder gedeckelt (nicht mehr durch die EGV finanziert), obwohl es wissenschaftlich erwiesen Kosten einspart (vgl. Studien) ?
Sehr geehrter Herr R.,
vielen Dank für Ihre Nachricht und die Hinweise auf die von Ihnen genannten Studien. Es ist unbestritten, dass ambulante Psychotherapie vielen Menschen hilft und zugleich langfristig Folgekosten vermeiden kann.
Gleichzeitig steht die gesetzliche Krankenversicherung derzeit unter erheblichem finanziellen Druck. Ziel des Gesetzentwurfs zur Stabilisierung der GKV-Finanzen ist es daher, den starken Anstieg der Beiträge zu begrenzen. Die vorgesehenen Maßnahmen betreffen alle Leistungsbereiche des Gesundheitssystems.
Für die ambulante ärztliche und psychotherapeutische Versorgung bedeutet dies, dass bisher extrabudgetär vergütete Leistungen künftig stärker begrenzt werden sollen. Eine Rückführung in die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung ist dabei jedoch nicht vorgesehen. Die konkrete Ausgestaltung erfolgt weiterhin durch die Vertragspartner auf Landesebene (Kassenärztliche Vereinigungen und die Landesverbände der Krankenkassen und die Ersatzkassen).
Im parlamentarischen Verfahren werden wir die Auswirkungen dieser Maßnahmen sorgfältig prüfen. Entscheidend ist, dass die psychotherapeutische Versorgung gerade für besonders belastete und schwer erkrankte Menschen verlässlich gesichert bleibt.
Im Koalitionsvertrag haben wir deshalb verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Versorgung vereinbart. Dazu gehören unter anderem der Ausbau niedrigschwelliger Online-Beratung, digitale Gesundheitsanwendungen, eine Notfallversorgung durch Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie eine bessere Bedarfsplanung insbesondere für Kinder, Jugendliche und den ländlichen Raum.
Diese Maßnahmen wollen wir nun konsequent umsetzen. Denn eine gute psychotherapeutische Versorgung ist nicht nur gesundheitspolitisch wichtig, sondern hilft auch dabei, langfristige soziale und wirtschaftliche Folgekosten zu vermeiden.
Ein technischer Hinweis zum Schluss: Bitte schreiben Sie mir zukünftig direkt über das Kontaktformular des Deutschen Bundestags und nicht über einen nicht öffentlichen Drittanbieter. So stellen Sie sicher, dass Ihre Anliegen direkt bei mir und meinem Büro eingehen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Sebastian Schmidt
