Kürzungen für Psychotherapie haben katastrophale Auswirkungen auf die psychische Gesundheit unserer Gesellschaft haben. Setzen Sie sich für unsere Versorgung und faire Vergütung der Behandler ein?
Sehr geehrter Herr Müller, ich bin Psychotherapeutin. Schon vor den im April durchgedrückten Kürzungen für Psychotherapeutische Leistungen ist der Zulauf von Patienten, die bei uns Hilfe suchen, ständig gestiegen. Unsere Wartelisten auf einen Psychotherapieplatz sind sehr lang. Die Arbeit, die meine Kolleginnen und ich leisten ist komplex und anstrengend - und sie lohnt sich: Patienten, die lange arbeitsunfähig waren, finden einen Weg zurück ins Arbeitsleben, sie können in ihrem Umfeld wieder andere unterstützen, statt nur selbst unterstützt zu werden, sie sind in der Lage, sich um ihre Kinder zu kümmern, sodass keine Patienten in nächster Generation entstehen. Gleichzeitig ist Psychotherapie im Vergleich mit allen anderen Facharztgruppen günstig und erwiesenermaßen wirkungsvoll, sodass eine Kürzung nicht nur unwirtschaftlich sondern auch respektlos ist. Bitte unterstützen Sie die Anliegen psychisch Erkrankter und setzen Sie sich für eine weiterhin gute Behandlung und Vergütung ein!
Sehr geehrte Frau K.,
ich kann gut verstehen, dass die Entscheidung des Erweiterten Bewertungsausschusses bei vielen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten auf große Sorge und Kritik stößt. Das Bundesgesundheitsministerium wird im Rahmen seiner Rechtsaufsicht prüfen, ob das Verfahren ordnungsgemäß und rechtlich korrekt durchgeführt worden ist. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Entscheidung gerichtlich überprüfen zu lassen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat bereits angekündigt, gegen den Beschluss Klage einzureichen.
Unabhängig davon bleibt die Sicherstellung einer hochwertigen und bedarfsgerechten psychotherapeutischen Versorgung ein wichtiges Anliegen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Deshalb wurden hierzu im Koalitionsvertrag verschiedene Maßnahmen vereinbart, die wir zeitnah umsetzen werden.
