Wie positionieren Sie sich zur Regierungspolitik (wie unten gezeigt) die fordert: Kanonen und Drohnen statt Butter und Wohnen?

Portrait von Sepp Müller
Sepp Müller
CDU
98 %
52 / 53 Fragen beantwortet
Zum Profil
Frage von Thomas H. •

Wie positionieren Sie sich zur Regierungspolitik (wie unten gezeigt) die fordert: Kanonen und Drohnen statt Butter und Wohnen?

Friedrich Merz: "Wir können uns das System nicht mehr leisten"

Merz fordert Sozialreformen "Wir können uns dieses System nicht mehr leisten"

Kanzler Merz hat die Bürger bei einer Rede in NRW auf harte Einschnitte bei den Sozialausgaben eingestimmt.

Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/merz-fordert-einsparungen-sozialsystem-100.html

Deutschland hat der Nato erneut Verteidigungsausgaben in Rekordhöhe gemeldet. Die Bundesregierung übermittelte für das laufende Jahr einen Betrag von 124,7 Milliarden Euro.

Quelle: https://www.handelsblatt.com/politik/international/nato-gipfel-deutschland-meldet-nato-verteidigungsausgaben-in-rekordhoehe/100238589.html

Portrait von Sepp Müller
Antwort von CDU

Sehr geehrter Herr H.,

vielen Dank für Ihre Nachricht. Die Gegenüberstellung „Kanonen und Drohnen statt Butter und Wohnen“ teile ich so nicht. Sicherheit und sozialer Zusammenhalt dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Richtig ist: Deutschland muss deutlich mehr in seine Verteidigungsfähigkeit investieren. Auch unter unionsgeführten Bundesregierungen hat die Bundeswehr über viele Jahre nicht die Ausstattung erhalten, die angesichts der heutigen Bedrohungslage notwendig gewesen wäre. Seit Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine hat sich die Sicherheitslage in Europa in einem zuvor kaum vorstellbaren Maß verschärft. Hinzu kommen hybride Bedrohungen: Drohnen, Sabotage, Cyberangriffe und Angriffe auf kritische Infrastruktur. Der Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle und der Cyberangriff auf Teile der Berliner Verwaltung zeigen sehr konkret, dass diese Gefahren nicht abstrakt sind.

Deshalb war die Bereichsausnahme von der Schuldenbremse für Verteidigungsausgaben richtig. Sie ermöglicht, die Bundeswehr zukunftsfest zu finanzieren, ohne jeden Euro für Sicherheit unmittelbar gegen Sozialausgaben im Kernhaushalt aufzurechnen. Der gemeldete Betrag von 124,7 Milliarden Euro an die NATO zeigt, dass Deutschland seine sicherheitspolitische Verantwortung inzwischen ernster nimmt.

Das bedeutet aber ausdrücklich nicht, dass der Sozialstaat abgeschrieben wird. Im Bundeshaushalt bleibt der Bereich Arbeit und Soziales weiterhin der größte Ausgabenblock. Gleichzeitig müssen wir ehrlich sagen: Grundsicherung, Pflege, Gesundheit und Rente stehen unter erheblichem Reformdruck. 

Die soziale Marktwirtschaft lebt davon, dass Leistung, Eigenverantwortung und Solidarität zusammengehören. Genau deshalb brauchen wir Reformen, die Missbrauch begrenzen, Arbeit attraktiver machen, Pflege und Rente verlässlich halten und Menschen schützen, die wirklich auf Unterstützung angewiesen sind.

Für mich ist klar: Deutschland braucht beides – einen handlungsfähigen Sozialstaat und eine glaubwürdige Verteidigungsfähigkeit. Wer Sicherheit vernachlässigt, gefährdet Freiheit und Wohlstand. Wer den Sozialstaat nicht reformiert, gefährdet seine Zukunft.

Was möchten Sie wissen von:
Portrait von Sepp Müller
Sepp Müller
CDU

Weitere Fragen an Sepp Müller