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Sehr geehrte Frau Borchardt, wo bleibt angesichts etwa 10.000 hitzebedingter Todesfälle die Task-Force „Hitzeschutz“für die Bürger?MfG Patrik B.

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Simone Borchardt
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Frage von Patrik B. •

Sehr geehrte Frau Borchardt, wo bleibt angesichts etwa 10.000 hitzebedingter Todesfälle die Task-Force „Hitzeschutz“für die Bürger?MfG Patrik B.

https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/hitze-sterbefaelle-100.html

Als Vorsitzende der AG Gesundheit der Union müsste es Ihnen(und der Union) ein besonderes Anliegen sein die Bürger vor den Folgen der Klimawandel bedingten Hitzewelle zu schützen,wie gerade die Union , zurecht, an anderer Stelle den Bürgerschutz besonders fordert.Wo bleibt die Sonderkommission „Hitzeschutz“?Warum hat der Schutz der Bürger vor Hitze keine Priorität?https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/hitze-regierung-politik-massnahmen-folgen-schutz-100.html

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Antwort von CDU

Die gesundheitlichen Folgen großer Hitze sind ernst. Das Robert Koch Institut schätzt für Deutschland bis zum 19. Juli 2026 rund 9.800 hitzebedingte Sterbefälle. Die statistische Unsicherheit liegt zwischen 8.700 und 10.900 Fällen. Dabei handelt es sich nicht um unmittelbar auf Todesbescheinigungen erfasste Hitzetote, sondern um eine modellbasierte Schätzung der hitzebedingten Übersterblichkeit. Diese Einordnung schmälert das Problem nicht, sie gehört aber zu einer sachlichen Debatte.

Ihre Darstellung entspricht in wesentlichen Teilen der bundesweiten Kampagne „Klimaschutz ist Hitzeschutz“, die Bündnis 90/Die Grünen am 21. Juli 2026 veröffentlicht haben. Dort wird ebenfalls mit mehr als 10.000 Hitzetoten argumentiert. Die Partei stellt eine vorbereitete E-Mail bereit, die über die Postleitzahl automatisch an Abgeordnete von Union oder SPD versandt werden kann. Der politische Kampagnenzusammenhang ist deutlich erkennbar. Das macht die Frage nicht unzulässig, sollte gegenüber den Mitlesenden aber transparent sein.

Die Forderung nach einer weiteren Taskforce ist für mich ein typisches Beispiel dafür, wie erneut eine politische Sau durchs Dorf getrieben wird. Für fast jedes Problem wird inzwischen eine neue Kommission, ein Sondergremium oder eine Taskforce verlangt. Eine zusätzliche Taskforce „Hitzeschutz“ wäre hochgradig überflüssig. Sie schafft keinen Schattenplatz, kühlt kein Pflegeheim und stellt keinen Trinkbrunnen auf.

Der Bund ist bereits tätig. Seit 2023 besteht der Hitzeschutzplan für Gesundheit. Hinzu kommen das Hitzewarnsystem des Deutschen Wetterdienstes, Empfehlungen für Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser, Musterpläne für medizinische Einrichtungen sowie ein Informationspaket, das an rund 11.000 Kommunen verschickt wurde. Für November 2026 ist Hitze zudem als Krisenszenario einer gemeinsamen Krisenmanagementübung von Bund und Ländern vorgesehen. Die Behauptung, der Bund behandle Hitzeschutz nicht als wichtiges Thema, ist daher sachlich falsch.

Die konkrete Umsetzung gehört allerdings überwiegend zu den Ländern und Kommunen. Dort liegen nach der föderalen Zuständigkeitsordnung die Verwaltungs- und Finanzierungskompetenzen für örtliche Hitzeaktionspläne. Stadtgrün, Verschattung, kühlere öffentliche Räume oder Trinkbrunnen müssen an den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort ausgerichtet werden. Das lässt sich nicht sinnvoll von einer Berliner Taskforce steuern.

Auch die Eigenverantwortung darf in dieser Debatte nicht ausgeblendet werden. Erwachsene Bürgerinnen und Bürger sind grundsätzlich selbst dafür verantwortlich, Wetterwarnungen zu beachten, körperliche Belastungen zu vermeiden, sich möglichst in kühleren Räumen aufzuhalten und ausreichend zu trinken. Der Staat kann nicht jede individuelle Vorsorgemaßnahme übernehmen.

Anders ist die Lage bei älteren, pflegebedürftigen oder erkrankten Menschen sowie bei kleinen Kindern. Hier müssen Einrichtungen, Angehörige und die örtlichen Behörden besondere Schutzmaßnahmen treffen. Genau deshalb sind konkrete Vorkehrungen vor Ort sinnvoller als eine weitere öffentlichkeitswirksame Sonderkommission.

Hitzeschutz hat Priorität. Die Gründung einer neuen Taskforce nicht.

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