Umweltschonend und naturfreundlich wirtschaften - Würden Sie sich dafür einsetzen, dass wir in Richtung einer anderen Wirtschaft gehen?

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Simone Borchardt
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Frage von Alexander H. •

Umweltschonend und naturfreundlich wirtschaften - Würden Sie sich dafür einsetzen, dass wir in Richtung einer anderen Wirtschaft gehen?

Sehr geehrter Frau Simone Borchardt,

Wachstum um jeden Preis wollen die meisten Bürger nicht mehr. Die Natur und Umwelt ist wichtiger. Wir brauchen ein anderes Wirtschaftssystem.

Laut einer EU-Umfrage wollen 88% der Bürger kein Wachstum um jeden Preis:
https://www.eu-umweltbuero.at/inhalt/umfrage-buergerinnen-wollen-kein-wachstum-um-jeden-preis

Meine Frage: Würden Sie sich dafür einsetzen, dass wir in Richtung einer anderen Wirtschaft gehen?

Und wären erste Schritte wie mehr Gewinn-/Verlust-Beteiligungen statt reiner Zins-Finanzierung für Sie denkbar?

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen Alexander H.

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Antwort von CDU

Die Behauptung, die Bürger würden Umweltschutz grundsätzlich dem Wirtschaftswachstum vorziehen, halte ich zunächst einmal für ein Gerücht. Auch die von Ihnen angeführte Umfrage gibt diese Schlussfolgerung nicht her. Sie stammt aus dem Jahr 2010. Damals hielten zugleich 93 Prozent der Befragten wirtschaftliches Wachstum für wichtig. 

Aus der völlig vernünftigen Aussage, dass Menschen keinen Wohlstand auf Kosten einer zerstörten Umwelt wollen, ein grundsätzliches „Wachstum oder Umwelt“ zu konstruieren, halte ich deshalb für ein eher dümmliches Framing. Die eigentliche Aufgabe besteht darin, wirtschaftliches Wachstum mit wirksamem Umwelt- und Ressourcenschutz zu verbinden. Genau dafür braucht es Innovation, moderne Technologien und Unternehmen, die investieren können.

Von der Vorstellung, Deutschland brauche deshalb ein grundsätzlich anderes Wirtschaftssystem, halte ich wenig. Die Soziale Marktwirtschaft hat einen erheblichen Wohlstand geschaffen und verfügt gerade deshalb über die wirtschaftliche Kraft, Umweltstandards zu finanzieren und neue Technologien zu entwickeln. Ein Land, dessen Wirtschaft dauerhaft schrumpft, wird weder beim Klimaschutz noch bei der Finanzierung unseres Sozialstaates besonders erfolgreich sein.

Auch Gewinn- und Verlustbeteiligungen sind kein Gegenmodell zur bestehenden Wirtschaftsordnung. Beteiligungskapital, Unternehmensanteile oder Mitarbeiterbeteiligungen gibt es längst. Sie können sinnvoll sein. Ich sehe aber keinen Grund, deshalb die klassische Fremdfinanzierung über Kredite und Zinsen politisch zurückzudrängen. Unternehmen brauchen unterschiedliche Finanzierungsmöglichkeiten und sollten selbst entscheiden können, welches Modell zu ihnen passt.

Eine staatlich verordnete Abkehr von Wachstum oder von der Sozialen Marktwirtschaft unterstütze ich daher nicht.

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