Wie soll man noch arbeiten wenn man sich das Auto und den sprit nicht mehr leisten kann??

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Simone Borchardt
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Frage von Frank B. •

Wie soll man noch arbeiten wenn man sich das Auto und den sprit nicht mehr leisten kann??

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Ich kann Ihren Ärger nachvollziehen. Und ich will an dieser Stelle auch nichts schönreden. Für das derzeitige Vorgehen der Bundesregierung bei den Belastungen rund um Energie, Mobilität und Arbeit kann ich mich nur entschuldigen. Vieles wirkt weder ausreichend durchdacht noch auf die Lebenswirklichkeit der Menschen ausgerichtet, die jeden Morgen zur Arbeit fahren müssen.

Gerade in Mecklenburg-Vorpommern ist das Auto für viele Beschäftigte kein Luxus. Es ist schlicht notwendig. Wer auf dem Land lebt, kann nicht einfach auf Bus oder Bahn ausweichen, wenn keine vernünftige Verbindung existiert oder der Arbeitsplatz 20, 30 oder 40 Kilometer entfernt liegt.

Wenn Benzin oder Diesel dauerhaft mehr als zwei Euro kosten und gleichzeitig Versicherungen, Reparaturen und Fahrzeugpreise steigen, wird der Arbeitsweg zu einer echten finanziellen Belastung. Das trifft vor allem diejenigen, die arbeiten, Steuern zahlen und ihren Alltag selbst finanzieren.

Die höhere Entfernungspauschale von 38 Cent ab dem ersten Kilometer hilft. Aber man muss ehrlich sagen, diese ersetzt die tatsächlichen Kosten nicht. Sie ist lediglich steuerlich wirksam und kommt auch nicht bei jedem in gleicher Höhe an.

Genau hier liegt das Problem. Politik darf nicht erst Belastungen entstehen lassen und anschließend komplizierte Ausgleichsmechanismen schaffen, die nur einen Teil davon auffangen. Arbeit muss sich rechnen. Auch nach Abzug der Fahrtkosten.

Ich halte es deshalb für falsch, Autofahrer immer weiter als bequeme Einnahmequelle zu behandeln. Wer für seinen Arbeitsweg auf das Auto angewiesen ist, darf nicht ständig mit neuen Belastungen konfrontiert werden. Wir brauchen niedrigere Belastungen auf Energie und Arbeit, weniger staatliche Zusatzkosten und eine Politik, die endlich wieder versteht, wie Menschen außerhalb der Großstädte tatsächlich leben.

Ihr Ärger ist berechtigt. Die Politik muss hier besser werden.

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