Wenn sie sich für Natur und Umwelt einsetzen wollen, wie Dämmen sie den Windkraftanlagen Bau ein?

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Simone Borchardt
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Frage von Herbert R. •

Wenn sie sich für Natur und Umwelt einsetzen wollen, wie Dämmen sie den Windkraftanlagen Bau ein?

Sehr geehrte Frau Borchhardt, Mecklenburg-Vorpommern gehört zu den artenreichsten Bundesländern für Vögel. Das liegt vor allem an der sehr abwechslungsreichen Landschaft mit Ostseeküste, Seen, Mooren, Wäldern und Agrarflächen. Besonders für Wasser und Zugvögel ist das Land bedeutend. Wenn sie sich für Natur und Umwelt einsetzen wollen, wie Dämmen sie den Windkraftanlagen Bau ein?

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Ich teile die Sorge, dass der Ausbau der Windenergie nicht losgelöst vom Natur- und Artenschutz betrachtet werden darf. Mecklenburg-Vorpommern verfügt mit seiner Küste, den Seenlandschaften und bedeutenden Rastgebieten für Zugvögel über besonders schützenswerte Naturräume.

Ich sehe einen immer weiteren Ausbau von Windkraftanlagen deshalb skeptisch. Windenergie gehört zu unserem Energiemix, aber der Ausbau darf nicht zum Selbstzweck werden. Ich halte es für falsch, immer neue Flächen auszuweisen, nur um politische Ausbauziele möglichst schnell zu erfüllen.

Der Bund setzt zwar den rechtlichen Rahmen und gibt Flächenziele vor. Die konkrete Umsetzung liegt aber wesentlich beim Land und bei der Regionalplanung. Genau dort muss aus meiner Sicht stärker gegengesteuert werden. Mecklenburg-Vorpommern sollte seine Spielräume nutzen, statt den Windkraftausbau zusätzlich zu beschleunigen.

Ich halte es für den falschen Weg, immer weitere Landschaftsräume für neue Anlagen zu öffnen. Zuerst sollten bestehende Windkraftstandorte betrachtet und dort, wo es sinnvoll und verträglich ist, leistungsfähigere Anlagen eingesetzt werden. Sensible Brut-, Rast- und Zuggebiete müssen konsequent geschützt bleiben. Auch der Landschaftsschutz darf nicht regelmäßig hinter Ausbauinteressen zurückstehen.

Ein weiterer Punkt ist für mich die kommunale Selbstbestimmung. Gemeinden und die Menschen vor Ort müssen bei solchen Entscheidungen deutlich stärker berücksichtigt werden. Wer die Folgen neuer Windkraftanlagen unmittelbar vor der Haustür trägt, darf nicht das Gefühl bekommen, dass die Entscheidung längst auf einer höheren Ebene gefallen ist.

Ich möchte dabei offen bleiben. Mein fachpolitischer Schwerpunkt im Deutschen Bundestag ist die Gesundheitspolitik. Für die konkrete Regionalplanung und die Ausweisung von Windenergieflächen in Mecklenburg-Vorpommern bin ich nicht zuständig.

Politisch habe ich dennoch eine klare Position. Mecklenburg-Vorpommern hat bereits einen erheblichen Beitrag zur Windenergie geleistet. Ich sehe keinen Grund, den Ausbau immer weiter zu forcieren, wenn dadurch Natur, Landschaft oder die Akzeptanz der Bevölkerung dauerhaft Schaden nehmen. Die Landesregierung sollte deshalb vorhandene Spielräume konsequent nutzen, um den weiteren Flächenverbrauch für Windkraft zu begrenzen.

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