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Stehen Sie hinter den Aussagen von Bundeskanzler Merz zum Stadtbild? Wenn nein, ist Merz nach diesen Aussagen noch als Kanzler tragbar?

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Sören Bartol
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Frage von Felix B. •

Stehen Sie hinter den Aussagen von Bundeskanzler Merz zum Stadtbild? Wenn nein, ist Merz nach diesen Aussagen noch als Kanzler tragbar?

Guten Tag Herr Bartol,

wie Sie mitbekommen haben, hat Herr Merz immer wieder das Thema Stadtbild besprochen, was von vielen Deutschen als rassistisch oder zumindest hochproblematisch angesehen wird.

Stehen Sie hinter den Aussagen von Kanzler Merz, der nur dank der SPD Kanzler wurde?

Wenn nein, welche Folgen muss dies für die Koalition haben?

Haben Sie eine Vorstellung davon, wie die Aussage zum Stadtbild mit Rechtsextremismus und Nationalismus verbunden ist?(1)

Würden Sie für eine Aufhebung der Immunität von Kanzler Merz stimmen, sollte es zu Ermittlungen wegen Anfangsverdachts der Volksverhetzung (§ 130 Abs. 1, ggf. Abs. 2 StGB) kommen, wie es in Folge von Anzeigen möglich wäre?

Danke für eine ehrliche und klare Antwort.

F.B

(1) https://blog.campact.de/2025/10/merz-stadtbild-karikatur-protest-petition/

(2) https://www.die-linke-jena.de/startseite/aktuell/detail/news/die-linke-jena-stellt-strafanzeige-gegen-bundeskanzler-friedrich-merz-wegen-volksverhetzung

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Antwort von SPD

Sehr geehrter Herr B.,

schön, dass Sie aus Frankfurt immer wieder einen Blick nach Marburg wagen und Ihre Fragestellungen sehr breit auf dieser Plattform streuen. Entschuldigen Sie meine späte Rückmeldung.

Die Diskussion über das sogenannte „Stadtbild“, ausgelöst durch die Äußerungen von Friedrich Merz in Bezug auf Migration, öffentliche Räume und das Sicherheitsgefühl, stellte für die Regierungskoalition eine ernste Herausforderung dar. 

Die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten haben hier finde ich mit einer klaren Haltung – und zwar in zweierlei Hinsicht: einerseits mit Kritik an Sprache und Verkürzung, andererseits mit eigenen Konzepten zur Verbesserung der Lebens- und Aufenthaltsqualität in den Städten Stellung bezogen.

Wir haben deutlich gemacht, dass wir die Wortwahl von Friedrich Merz als problematisch und spaltend empfinden. Das ist auch ganz klar meine Haltung dazu.

Gleichzeitig betonen wir, dass es durchaus Probleme wie Unsicherheit, mangelnde Aufenthaltsqualität, fehlende soziale Infrastruktur gibt– wir lehnen es aber klar ab, dies allein oder primär mit Migration oder Erscheinungsbild zu erklären. 

So gibt es Vorschläge aus meiner SPD-Bundestagsfraktion zu einem Spitzentreffen im Kanzleramt, in dem gemeinsam mit Kommunen, Fraktionen und Sozialverbänden über ein soziales, sicheres und solidarisches Stadtbild gesprochen werden soll, dies lehnt die Union bisher in dieser Form leider ab.

In dem dazu vorliegenden Papier wurde ein Acht-Punkte-Plan vorgestellt – mit Schwerpunkten wie bezahlbarer Wohnraum, bessere Gestaltung öffentlicher Räume, Programme gegen rassistische Gewalt – aber eben ohne die Verknüpfung, dass Migration gleich ein Problem im Stadtbild darstellt. 

Mit freundlichen Grüßen

Sören Bartol

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