Sind Sie dafür die Rente an die Lebenserwartung zu koppeln?
Es gibt sicher faire optionen
Sehr geehrte Frau G.,
vielen Dank für Ihre Frage, die ich gerne beantworte. Ich unterstütze die Reform der gesetzlichen Regelungen, nach denen das Renteneintrittsalter moderat angehoben und künftig an die steigende Lebenserwartung angepasst werden soll.
Angesichts der demografischen Entwicklung erscheint es sinnvoll, das Renteneintrittsalter schrittweise weiterzuentwickeln. Eine Anhebung um sechs Monate je zehn Jahre, orientiert an der steigenden Lebenserwartung, stellt einen ausgewogenen und nachvollziehbaren Ansatz dar. Dadurch kann die langfristige Stabilität der gesetzlichen Rentenversicherung gestärkt werden, ohne dass es zu abrupten Veränderungen kommt.
Ebenso halte ich eine Sonderregelung für die Rente ab 63 beziehungsweise für den derzeitigen Renteneintritt mit 64,5 Jahren für sinnvoll, sofern dabei die berechtigten Interessen von Menschen berücksichtigt werden, die besonders lange gearbeitet oder körperlich belastende Tätigkeiten ausgeübt haben.
Darüber hinaus befürworte ich die Einführung einer Schutzrente für langjährige Beitragszahler. Wer über viele Jahrzehnte regelmäßig Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung geleistet hat, sollte im Alter eine Rente erhalten, die deutlich über der Grundsicherung liegt. Eine solche Regelung würde die Lebensleistung anerkennen, Altersarmut vorbeugen und das Vertrauen in die gesetzliche Rentenversicherung stärken.
Die Reform ist aus meiner Sicht unterstützenswert und bei der weiteren Ausgestaltung ist auf Fairness, Planbarkeit und soziale Ausgewogenheit zu achten.
Freundliche Grüße
Stefan Fulst-Blei
