Wie bewerten Sie, wie bewertet die AfD den Besitzanspruch der aktuellen US-Regierung auf Grönland?
einige Quellen hierzu:
https://www.spiegel.de/ausland/groenland-donald-trump-bekraeftigt-besitzanspruch-wir-muessen-es-haben-a-762af0d2-a763-4966-a819-484427960fbf
https://www.dw.com/de/donald-trump-anspruch-der-usa-auf-gr%C3%B6nland-d%C3%A4nemark-nationale-sicherheit/a-75282013
https://www.srf.ch/news/international/aussergewoehnliche-nominierung-trump-ernennt-sondergesandten-fuer-groenland-daenemark-empoert
https://www.zeit.de/politik/ausland/2025-12/donald-trump-groenland-besitzanspruch-usa
Der von der aktuellen US-Regierung erhobene Besitzanspruch auf Grönland ist aus meiner Sicht politisch falsch, völkerrechtlich nicht haltbar und für Europa ein Warnsignal.
Grönland gehört staatsrechtlich zum Königreich Dänemark. Dänemark ist unser enger Partner in der EU-Nachbarschaft. Wer in Washington meint, über Territorien anderer Staaten öffentlich „verfügen“ zu können, stellt nicht nur Kopenhagen, sondern die Grundregeln internationaler Ordnung infrage: Souveränität, territoriale Integrität und Selbstbestimmung sind keine Verhandlungsmasse für geopolitische Deals.
Zugleich darf man die Interessenlage nicht naiv ausblenden. Grönland ist strategisch relevant – militärisch, wirtschaftlich (Rohstoffe) und als Schlüsselregion in der Arktis. Genau deshalb braucht es für Europa und Deutschland eine klare Linie: Keine Verschiebung von Grenzen oder Zugehörigkeiten durch Druck, Drohungen oder finanzielle Lockangebote, sondern Kooperation auf Augenhöhe – mit Dänemark und unter Einbindung der grönländischen Bevölkerung.
Als AfD vertreten wir hier einen einfachen Grundsatz: Partnerschaft statt Protektorat. Deutschland hat kein Interesse an einem neuen Machtpoker im Nordatlantik, der am Ende die Sicherheitslage verschärft und Europa erpressbarer macht. Wir stehen zur aktuellen Zugehörigkeit Grönlands zum Königreich Dänemark und erwarten von der US-Regierung Respekt vor den bestehenden Strukturen – so wie wir umgekehrt auch von europäischen Partnern Respekt vor nationaler Souveränität erwarten.
Konkret heißt das: Die Bundesregierung muss sich eindeutig hinter Dänemark stellen, jede Form von „Besitzanspruch“ zurückweisen und zugleich eine realistische Arktis-Strategie verfolgen – wirtschaftlich, sicherheitspolitisch und diplomatisch. Wer die Arktis ignoriert, überlässt das Feld anderen. Wer aber zulässt, dass dort das Recht des Stärkeren gilt, gefährdet am Ende die Stabilität in ganz Europa.
