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Warum wird geplant, unserem seit Jahrzehnten bestehenden Programm "Bildungsberatung GF-H" so viel weniger (nur 11 Mio.) Haushaltsmittel zur Verfügung zu stellen? MfG N.K.

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Sven Lehmann
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Frage von Nicole K. •

Warum wird geplant, unserem seit Jahrzehnten bestehenden Programm "Bildungsberatung GF-H" so viel weniger (nur 11 Mio.) Haushaltsmittel zur Verfügung zu stellen? MfG N.K.

Sehr geehrter Herr Lehmann,

Bildung ist der Schlüssel zur erfolgreichen Integration. Durch Bildung lassen sich langfristige Kosten durch Arbeitslosigkeit und Transferleistungen senken. Der GF-H leistet einen wichtigen Beitrag zur Integration und Fachkräftesicherung sowie zur Chancengleichheit, indem er Zugewanderte gezielt fördert und sie nachhaltig in den Arbeitsmarkt integriert. Wir möchten Sie daher eindringlich bitten, sich für eine auskömmliche Finanzierung des GF-H einzusetzen, sodass mindestens das Fördervolumen von 16 Mio. € auch in den kommenden Jahren gesichert bleibt. Nur so können wir gewährleisten, dass dieses erfolgreiche Programm weiterhin seinen wichtigen Beitrag zur Chancengerechtigkeit, Integration und Fachkräftesicherung leisten kann. Vielen Dank!

https://bildungsberatung-gfh.de/wde/ueber-uns/index.php?navid=263789263789

https://bildungsberatung-gfh.de/

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Antwort von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Vielen Dank für Ihre Anfrage zum Garantiefonds Hochschule (GF-H).

Der Garantiefonds Hochschule trägt seit Jahrzehnten wesentlich dazu bei, jungen Menschen mit Zuwanderungsgeschichte den Einstieg ins Studium zu erleichtern. Dabei werden sie unter anderem bei der Finanzierung von Unterkunft und Lebenshaltungskosten unterstützt, erhalten Beratung zu Studienorientierung, Zulassung und der Anerkennung von Abschlüssen, und es werden Maßnahmen zur Studienvorbereitung wie Sprachkurse angeboten. 

Wir schätzen die durch den Garantiefonds finanzierten Maßnahmen sehr, da sie unseres Erachtens eines der wenigen bundesweit verfügbaren Instrumente sind, um dieser Zielgruppe im akademischen Bereich Bildungs- und Zukunftschancen zu eröffnen.

Deshalb waren wir auch sehr überrascht, als aus der Zivilgesellschaft die Befürchtung an uns herangetragen wurde, die Mittel für den Garantiefonds könnten um fünf Millionen Euro gekürzt werden. Auf Nachfrage bei der Otto Benecke Stiftung, der Trägerstiftung des Fonds, haben wir erfahren, dass dies zunächst lediglich eine Bitte des zuständigen Bundesministeriums für Bildung und Forschung war, etwa fünf Millionen Euro weniger aus dem Haushalt zu beantragen. 

Tatsächlich standen jedoch weiterhin die vollen 11 Millionen Euro des ursprünglich vorgesehenen Titelansatzes zur Verfügung. Im weiteren Verlauf haben wir als Grüne Bundestagsfraktion im Rahmen der Haushaltsverhandlungen für 2026 einen zusätzlichen Mittelaufwuchs um fünf Millionen Euro beantragt, sodass der Garantiefonds künftig mit insgesamt etwa 16 Millionen Euro ausgestattet werden soll. In der Bereinigungssitzung wurde der Betrag durch die Koalition um 5,3 Millionen Euro auf nunmehr 16,3 Millionen Euro erhöht.

Damit soll auch sichergestellt werden, dass gerade für die vulnerable Gruppe junger Geflüchteter alles getan wird, ihre Potenziale, Talente und Startchancen zu verbessern und eine gute Perspektive zu ermöglichen. Ebenso sehen wir die steigenden Personal-, Energie-, Wohnkosten und vieles mehr, was bei gleichbleibenden Mittelzuweisungen effektiv zu einer Kürzung der Hilfsangebote führen würde.

Wir Grüne setzen uns weiterhin für den Garantiefonds ein und fordern, dass die Förderung auch für das Haushaltsjahr 2027 fortgeführt wird.

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