Label
Wieso stimmten Sie für die GKV-Reform?

Portrait von Thomas Pauls
Thomas Pauls
CDU
100 %
14 / 14 Fragen beantwortet
Zum Profil
Frage von Nadine A. •

Wieso stimmten Sie für die GKV-Reform?

Wieso stimmten Sie für die GKV-Reform?

Wieso soll an denen gespart werden, die Hilfe am dringendsten nötig haben? Die Änderungen gerade bei der Psychotherapie werden wortwörtlich Leben kosten! Es melden sich immer mehr Psychotherapeuten, die nun nicht mehr weiter wissen und ihre Praxis wohl aufgeben müssen.

Wieso stimmten Sie für die GKV-Reform?

Portrait von Thomas Pauls
Antwort von CDU

Sehr geehrte Frau A.,

vielen Dank für Ihre erneute Nachricht.

Ich habe der Reform zugestimmt, weil die gesetzliche Krankenversicherung vor großen finanziellen Herausforderungen steht und wir handeln müssen, um ihre langfristige Stabilität zu sichern. Gleichzeitig war für uns entscheidend, dass notwendige Anpassungen nicht zu Lasten einer guten und verlässlichen Versorgung gehen. Der Gesetzentwurf basiert daher auf den evidenzbasierten Empfehlungen einer Gesundheitskommission und versucht, die Lasten auf alle Beteiligten des Gesundheitssystems fair zu verteilen.

Für den Bereich der Psychotherapie haben wir im parlamentarischen Verfahren im Vergleich zum ersten Entwurf wichtige Verbesserungen erreicht: Die psychotherapeutischen Leistungen werden künftig wieder in die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung überführt. Dabei bleibt das heutige Finanzvolumen erhalten und soll perspektivisch – wie in anderen Leistungsbereichen – weiterentwickelt werden. Zugleich wird sichergestellt, dass diese Mittel zweckgebunden in der psychotherapeutischen Versorgung verbleiben.

Darüber hinaus sollen bereits begonnene Behandlungen über den 31.12.2026 hinaus bis zum Abschluss fortgeführt werden können. Behandlungen von Kindern und Jugendlichen, die Versorgung schwer psychisch kranker Menschen entsprechend der KSVPsych-Richtlinie sowie als dringlich eingestufte Fälle sollen von der Gesamtvergütung ausgenommen und extrabudgetär vergütet werden. Zudem soll ein Verfahren entwickelt werden, mit dem die Dringlichkeit einer Behandlung in der psychotherapeutischen Sprechstunde festgestellt werden kann.

Mir ist bewusst, dass diese Regelungen nicht alle Sorgen ausräumen und dass viele Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten mit Blick auf die Zukunft verunsichert sind. Im parlamentarischen Verfahren haben wir die unterschiedlichen Interessen sorgfältig abgewogen und setzen uns dafür ein, die finanzielle Stabilität der gesetzlichen Krankenversicherung mit einer qualitativ hochwertigen und bedarfsgerechten Versorgung zu verbinden.

Was möchten Sie wissen von:
Portrait von Thomas Pauls
Thomas Pauls
CDU

Weitere Fragen an Thomas Pauls