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Befürworten sie die Kopplung des Renteneintritts an die Lebenserwartung?

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Thomas Röwekamp
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Frage von Mika B. •

Befürworten sie die Kopplung des Renteneintritts an die Lebenserwartung?

Sehr geehrter Herr Röwekampich bin Bürger aus dem Wahlkreis Bremen und habe eine Frage zu Ihrer Position zur Rentenpolitik.Falls Sie eine Kopplung des gesetzlichen Renteneintrittsalters an die steigende Lebenserwartung befürworten: Wie rechtfertigen Sie das gegenüber Menschen, die körperlich belastende Berufe ausüben und oft gar nicht gesund bis zu einem immer höheren Renteneintrittsalter arbeiten können?Mich interessiert außerdem, warum Sie dieses Modell für gerechter halten als andere Möglichkeiten zur Stabilisierung der Rentenfinanzen.Ich freue mich auf Ihre Antwort.Mit freundlichen Grüßen

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Antwort von CDU

Sehr geehrter Herr B.,

vielen Dank für Ihre Frage.

Ja, ich halte es grundsätzlich für richtig, das Renteneintrittsalter künftig in einem angemessenen Umfang an die steigende Lebenserwartung zu koppeln. Der Vorschlag der Rentenkommission überzeugt mich, weil er einen fairen Ausgleich zwischen den Generationen schafft.

Wir werden im Durchschnitt älter und bleiben erfreulicherweise auch länger gesund. Gleichzeitig kommen auf immer weniger Beitragszahler immer mehr Rentnerinnen und Rentner. Diese Entwicklung können wir nicht ignorieren. Ohne Reformen müssten entweder die Renten sinken, die Beiträge deutlich steigen oder der Bundeshaushalt immer höhere Zuschüsse leisten. Das würde die jüngeren Generationen überfordern.

Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, Menschen möglichst lange arbeiten zu lassen. Wenn die Lebenserwartung steigt, erscheint es jedoch gerecht, einen Teil der zusätzlich gewonnenen Lebenszeit auch für ein längeres Erwerbsleben zu nutzen und den größeren Teil als zusätzliche Zeit im Ruhestand zu belassen. Genau diesen ausgewogenen Ansatz verfolgt die Rentenkommission.

Sie sprechen allerdings einen wichtigen Punkt an: Nicht jede Tätigkeit kann bis ins hohe Alter ausgeübt werden. Ein Dachdecker wird regelmäßig nicht bis zum 70. Lebensjahr auf dem Dach arbeiten können. Gleiches gilt für einige andere besonders körperlich belastende Berufe. Für diese vergleichsweise kleine Gruppe brauchen wir passgenaue Lösungen – etwa durch frühzeitige Qualifizierung für andere Tätigkeiten, einen erleichterten Wechsel innerhalb des Berufslebens oder sozial ausgewogene Übergangsregelungen. Dass es solche Berufe gibt, ist für mich jedoch kein Argument gegen eine insgesamt notwendige Reform des Rentensystems.

Ich halte diesen Weg deshalb für gerechter als ein bloßes Drehen an Beitragssätzen oder immer höheren Steuerzuschüssen. Generationengerechtigkeit bedeutet auch, den nachfolgenden Generationen keine Lasten aufzubürden, die auf Dauer nicht tragfähig sind. Ein nachhaltiges Rentensystem muss den Interessen der heutigen Rentnerinnen und Rentner ebenso gerecht werden wie denen der Menschen, die es morgen finanzieren.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Thomas Röwekamp

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