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Der Bundeskanzler stimmt der EU zu, das der AKW Ausstieg ein strategischer Fehler war, will aber den Ausstieg nicht revidieren. Wird hier weiterhin teurer Atomstrom importiert anstelle AKW zu bauen ?

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Frage von Petra S. •

Der Bundeskanzler stimmt der EU zu, das der AKW Ausstieg ein strategischer Fehler war, will aber den Ausstieg nicht revidieren. Wird hier weiterhin teurer Atomstrom importiert anstelle AKW zu bauen ?

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Sehr geehrte Frau S.,

unter dem Eindruck der Fukushima-Katastrophe 2011 lagen die Zustimmungswerte zum Ausstieg aus der Atomenergie bei 80 Prozent, der damals nicht nur in Deutschland entschieden wurde. Mit Blick auf die großen Anstrengungen für das Erreichen von gesellschaftlicher Klimaneutralität sowie den wachsenden Energiehunger beim Strom (Wärmepumpen, E-Mobilität, Rechenzentren) darf man das Abschalten der letzten AKWs als Fehler betrachten, zumal dies in der Energiekrise nach Ende der Gaslieferungen aus Russland vollzogen wurde. Auch unter der Argumentation des Klimaschutzes werden derzeit weltweit neue AKWs gebaut. Neue sicherere Mini-Reaktoren, die auch mit derzeit nicht verwertbarem Atommüll betrieben werden sollen, so die Wissenschaft, könnten schon in wenigen Jahren zudem das bestehende Atommüll-Lagerproblem verkleinern helfen. 

Zur Stabilisierung unserer Netze (Grundlast) plant die Bundesregierung neue Gaskraftwerke, die auch mit Wasserstoff betrieben werden können. Zur Energiesicherheit werden Importe von Atomstrom erst einmal nicht zu vermeiden sein. Die Reaktivierung alter Meiler oder gar der Neubau konventioneller Typen würde sich aber weder politisch noch ökonomisch rechnen. Vor allem dürfte eine sehr lange Projektdauer zu erwarten sein. Die Lösung aktueller Probleme würde man so jedenfalls nicht schaffen. 

Mit freundlichen Grüßen

Thorsten Frei

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