Kann die Einkommensgrenze fürs Elterngeld erhöht werden? Sie benachteiligt gut verdienende Frauen: Entweder Elternzeit mit finanziellen Einbußen oder ein sehr früher Wiedereinstieg.
Wenn beide Elternteile 50/50 verdienen und gemeinsam über der Grenze liegen, bekommt man einfach gar nichts mehr. Entweder eine Person Elternzeit nimmt, in der Realität häufig die Frau, fällt ein wesentlicher Teil des Einkommens weg. Alternative muss die Frau direkt nach der Geburt wieder arbeiten gehen, weil es finanziell nicht anders geht.
Besonders problematisch ist, dass Frauen, die sich durch viel Einsatz eine Karriere aufgebaut haben, von dieser Regelung benachteiligt werden. Statt Gleichstellung zu fördern, entsteht der Eindruck, dass beruflicher Erfolg hier eher nachteilig wirkt.
In Städten mit hohen Lebenshaltungskosten wie München oder Frankfurt verschärft sich diese Situation viel mehr.
Diese Regelung steht im Widerspruch zu den Zielen der Gleichstellung und der Förderung von Frauen im Frauen im Berufsleben.
Sind aktuell Reformen der Einkommensgrenze beim Elterngeld geplant?
Guten Tag L. Z.,
die von der Ampel eingeschlagenen Veränderungen beim Elterngeld haben wir als Union als falsch erachtet. Auch deshalb haben wir uns in den Verhandlungen mit der SPD stark dafür gemacht, das Elterngeld wieder in die richtige Richtung zu lenken. Mit der SPD ist vereinbart, dass wir das Elterngeld weiterentwickeln, indem wir mehr Anreize für mehr Partnerschaftlichkeit, insbesondere mehr Väterbeteiligung in alleiniger Verantwortung setzen. Das erreichen wir beispielsweise durch erhöhte Lohnersatzraten und veränderte Anzahl und Aufteilung der Bezugsmonate des Elterngeldes. Insbesondere mit Blick auf die Zeit nach der Geburt wollen wir Familien unterstützen. Die Bundesfamilienministerin wird dazu konkrete Vorschläge unterbreiten. Bei Selbstständigen werden wir die Rechnungsgrundlage für das Elterngeld flexibilisieren. Unser Ziel ist eine konsequente Ende-zu-Ende-Digitalisierung beim Elterngeld.
Mit freundlichen Grüßen
Thorsten Frei
