Guten Tag Herr Kuban, um neue Arbeitskräfte für das Handwerk zu gewinnen, könnte man nicht älteren Menschen mit Schulabschluss den Start in eine Ausbildung ermöglichen, ohne Berufsschulzwang?
Sehr geehrte Frau B.,
vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihren Vorschlag, wie sich mehr Menschen für eine Mitarbeit im Handwerk gewinnen lassen könnten. Ich kann gut nachvollziehen, dass Sie hier zusätzliche Potenziale sehen.
Grundsätzlich wäre ein Verzicht auf die Berufsschule aus Sicht der CDU jedoch nur bedingt zielführend, da die duale Ausbildung bewusst aus der Kombination von praktischer Tätigkeit im Betrieb und theoretischer Qualifizierung besteht. Nur so lassen sich einheitliche Standards sichern und die Qualität der Abschlüsse gewährleisten.
Allerding ist es mit Blick auf ältere Menschen wichtig, Zugänge zur Ausbildung flexibler zu gestalten und vorhandene Lebens- und Berufserfahrung stärker anzuerkennen. Dazu gehören beispielsweise Möglichkeiten zur Anrechnung bereits erworbener Kompetenzen, angepasste Ausbildungsformate sowie Teilqualifikationen. Diese ermöglichen es insbesondere an- und ungelernten Erwachsenen, schrittweise berufliche Kompetenzen aufzubauen und perspektivisch die Voraussetzungen für einen vollwertigen Berufsabschluss – etwa über eine Externenprüfung – zu erwerben. Gerade für Menschen mit Berufserfahrung oder nach längeren Erwerbsunterbrechungen können solche Modelle neue Chancen eröffnen und den Einstieg oder Wiedereinstieg ins Handwerk erleichtern.
Ziel ist es dabei, zusätzliche Zugänge zu schaffen und Hürden abzubauen, ohne die bewährte Struktur der dualen Ausbildung grundsätzlich zu verändern.
Mit freundlichen Grüßen
Tilman Kuban
