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Wie verhindern Sie die Kürzungen zur Psychotherapie (Honorar, Wegfall des Kurzzeittherapiezuschlags, Budgetierung?), die, wenn sie so beschlossen werden, zu einem Praxiststerben führen werden?

Tim Klüssendorf - Pressefoto 2025
Tim Klüssendorf
SPD
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Frage von Christine L. •

Wie verhindern Sie die Kürzungen zur Psychotherapie (Honorar, Wegfall des Kurzzeittherapiezuschlags, Budgetierung?), die, wenn sie so beschlossen werden, zu einem Praxiststerben führen werden?

Sehr geehrter Herr Klüssendorf,
die im Referentenentwurf angedachten Einsparmaßnahmen im Bereich der Psychotherapie (die in ihrer Gesamtheit ca. 20-30% Honorarkürzungen und eine Deckelung der abrechenbaren Leistungen bedeuten würden), würde zu einem Praxissterben und zu einer noch schlechteren Versorgung psychisch Erkrankter führen. Ich leite eine Psychotherapie-Praxis in Würzburg mit 18 Angestellten.
Sollten die Vorschläge der Expertenkommission zu weiteren Kosteneinsparungen im Psychotherapiebereich "durchgewunken" werden, muss ich ernsthaft über eine Schließung nachdenken: Ich lade sie gerne ein, vorbeizukommen und sich meine Zahlen und Kalkulationen anzuschauen. Es ist existenzgefährdend. Für die Mitarbeiter, für mich und meine 2 Mädels, vor allem aber für das Land und die Menschen, die aufgrund ihrer unbehandelten psych. Erkrankung dann nicht mehr arbeiten können. Ich danke Ihnen für Ihr Engagement und ihre Reflexion!
Christine L.
www.psychotherapiezentrum-wuerzburg.de

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Antwort von SPD

Sehr geehrte Frau L.,

vielen Dank für Ihre Frage.

Seien Sie versichert, dass meine Fraktion und ich dieses Thema sehr ernst nehmen und wir Ihren Unmut nachvollziehen können. Für uns ist klar, dass dies kein gutes Signal für die Betroffenen und ihre konkrete psychotherapeutische Versorgung in Deutschland ist. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass wir gemeinsam mit unserem Koalitionspartner einen besonderen Schwerpunkt auf die mentale Gesundheit der Menschen und eine ausreichende Versorgung mit Unterstützung im Koalitionsvertrag festgelegt haben.

Gerade im Bereich der psychischen Gesundheit ist eine stabile und gut erreichbare Versorgung von zentraler Bedeutung. Viele Patientinnen und Patienten warten bereits heute lange auf einen Therapieplatz. Vor diesem Hintergrund haben wir Bundesministerin Nina Warken aufgefordert darzulegen, welche Auswirkungen die Entscheidung möglicherweise auf die Versorgung haben kann. 

Gleichzeitig haben wir das Bundesministerium für Gesundheit aufgefordert darzulegen, wie es den Beschluss prüft und ob und welche Maßnahmen ergriffen werden, wenn festgestellt wird, dass der Beschluss negative Auswirkungen auf die Versorgung haben kann. 

Die Entscheidung steht leider auch im Kontext der angespannten Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung. Für uns als SPD ist dabei klar: Maßnahmen zur Stabilisierung der GKV dürfen nicht zu Lasten der Patientinnen und Patienten gehen und sie dürfen auch nicht dazu führen, dass sich der Zugang zur Versorgung verschlechtert. Deshalb erwarten wir von Bundesministerin Warken zeitnah Vorschläge für eine nachhaltige Stabilisierung der GKV-Finanzen, die strukturell ansetzen und die Versorgung insgesamt sichern und nicht zu Lasten der Patientinnen und Patienten gehen.

Im aktuellen Koalitionsvertrag haben wir uns ausdrücklich darauf verständigt, die Versorgung im Bereich der psychischen Gesundheit zu stärken und den Zugang zu Therapie zu verbessern. Dieses Ziel bleibt für uns weiterhin maßgeblich. Wir werden die Antworten und Vorschläge des Ministeriums, die wir zeitnah erwarten, aufmerksam prüfen und uns dafür einsetzen, dass die psychotherapeutische Versorgung langfristig gesichert bleibt.

Ich danke Ihnen nochmals für Ihre engagierten Hinweise.

Mit freundlichen Grüßen

Tim Klüssendorf

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