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Was ist Ihnen über die psychotherapeutische Versorgungslage bekannt?

Volker Mayer-Lay
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CDU
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Frage von Dr. Birgit H. •

Was ist Ihnen über die psychotherapeutische Versorgungslage bekannt?

Sehr geehrter Hr. Mayer-Lay,
ich schreibe Ihnen als ambulant tätige psychologische Psychotherapeutin aus Überlingen und möchte meine tiefe Sorge über die zur Abstimmung anstehenden Veränderungen in der ambulanten Psychotherapie mitteilen.
Sicher wissen Sie von langen Wartelisten bis zum Beginn einer Therapie? In meiner Praxis sind das aktuell ca. 6 Monate. Es melden sich viele Pat. , die sich bereits in Krankschreibung befinden und über Monate in Krankschreibung bleiben, weil sie keinen Therapieplatz finden. Patienten, die nach einer schweren Krise in einer stationären Behandlung keine Nachsorge finden und den beruflichen Wiedereinstieg nicht schaffen.
Ein Euro, der in der ambulanten Psychotherapie ausgegeben wird, spart an anderer Stelle 2 bis 4 Euro. 15% der depressiven Pat. suizidieren sich. Bitte helfen Sie die äußerst angespannte Versorgungslage nicht in die absolute Katastrophe zu führen. Nicht bei einem Gesamtbudget vom 0,7 % vom Krankenkassenbudget. MfG Dr. Birgit H.

Volker Mayer-Lay
Antwort von CDU

Sehr geehrte Frau S.,

vielen Dank für Ihr Schreiben zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz und insbesondere für Ihren Einsatz für die psychotherapeutischen Versorgung. 
Ich nehme Ihre Sorgen sehr ernst und weiß um die große Bedeutung einer verlässlichen und wohnortnahen medizinischen Versorgung – gerade auch im ländlichen Raum und in einer Region wie bei uns am Bodensee.

Auch ich sehe deutlich, unter welchem Druck viele Krankenhäuser, aber auch Arztpraxen sowie weitere medizinische Einrichtungen bereits heute stehen. 
Steigende Patientenzahlen, fehlende Nachfolger, zunehmende Bürokratie sowie wirtschaftliche Herausforderungen führen vielerorts dazu, dass die Belastungsgrenzen erreicht oder sogar überschritten werden. 
Für diese Entwicklung und die damit verbundenen Sorgen habe ich großes Verständnis.

Gleichzeitig bitte ich um Verständnis dafür, dass die Sicherung der gesetzlichen Krankenversicherung insgesamt nur gelingen kann, wenn alle Bereiche einen Beitrag leisten. 
Es geht dabei nicht darum, einzelne Versorgungsgruppen einseitig zu belasten, sondern um eine faire und tragfähige Verteilung der Lasten, damit das System auch künftig leistungsfähig bleibt. 
Vor diesem Hintergrund muss auch die Frage, in welchen Bereichen Einsparpotenziale bestehen und wie alle Akteure des Gesundheitssystems zu einer nachhaltigen Finanzierung beitragen können, aus meiner Sicht offen und sachlich diskutiert werden. 
Eine langfristig tragfähige Reform wird nur dann Akzeptanz finden, wenn sie die unterschiedlichen Ausgabenbereiche in den Blick nimmt und die Belastungen nachvollziehbar und ausgewogen verteilt.

Ihre Argumente und Anregungen werde ich in meine weitere politische Bewertung und die anstehenden Beratungen einbeziehen.

Mit freundlichen Grüßen


Volker Mayer-Lay MdB

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