"Wenn wir als Union das Thema Klima groß machen, profitieren davon am Ende die Grünen" - Ist der Klimawandel nicht zu wichtig für Parteitaktik?
Sehr geehrte Frau Winter,
auch wenn Sie bereits auf den vollständigen Kontext Ihres Zitats hingewiesen haben:
Denken Sie nicht auch dass die Menschen genau diese parteipolitische Taktiererei, die sich auch in Ihrem Satz wiederspiegelt, leid sind? Es brennt gerade überall auf der Welt und auch in Europa so ziemlich alles nieder - wäre es da nicht sinnvoll, nach gemeinsamen (!) Lösungen zu suchen, das große Ganze, nämlich das Wohl der Bevölkerung, in den Blick zu nehmen und nicht danach zu schielen, ob die "Grünen" vielleicht vom Thema "Klima" profitieren?
Mein Vorschlag: Arbeiten Sie sich doch lieber einmal an "Ihrer" Ministerin Frau Reiche und Ihrer Begeisterung für fossile Brennstoffe ab. Treten Sie der Fossillobby entgegen. Agieren Sie so, wie es die Naturwissenschaft und der Verstand vorgeben sollten. Dann könnten Sie selbst vielleicht auch einmal von dem Thema "Klima" profitieren. Und dazu noch etwas sinnvolles für alle tun - und fürs Klima.
Mit freundlichen Grüßen
Sven K.
Sehr geehrter Herr K.,
vielen Dank für Ihre klare Frage. Ja: Der Klimawandel ist viel zu wichtig, um ihn parteitaktischen Überlegungen unterzuordnen.
Mein Satz sollte genau ein Problem beschreiben, das ich überwinden möchte. Klimaschutz wird in Deutschland noch immer sehr stark den Grünen zugeschrieben. Ich halte das für falsch. Klimaschutz ist kein Thema einer einzelnen Partei, sondern eine gemeinsame Aufgabe.
Deshalb sage ich im selben Interview ausdrücklich: „CDU und Klimaschutz, das ist kein Widerspruch.“ Wir müssen bis 2045 klimaneutral werden. Und wir müssen dabei schneller, wirksamer und zugleich wirtschaftlich vernünftig vorankommen.
Ich bin optimistisch, dass uns das gelingen kann. Deutschland hat die technologische Stärke, die Unternehmen, die Wissenschaft und die Menschen, die dafür notwendig sind. Politik muss dafür klare Rahmenbedingungen setzen, Investitionen ermöglichen und auch bereit sein, die eigene Linie kritisch zu überprüfen.
Dazu gehört für mich ausdrücklich auch, innerhalb der Union und gegenüber der Bundesregierung für ambitionierten Klimaschutz einzutreten. Nicht gegen jemanden, sondern für eine Lösung.
Genau darin sehe ich meine Aufgabe: Klimaschutz aus der parteipolitischen Ecke herauszuholen und zu einem gemeinsamen Projekt der gesellschaftlichen Mitte zu machen.
Das vollständige Gespräch mit Luisa Neubauer finden Sie hier:
https://www.atmo-magazin.de/gespraech/cdu-meets-fff-die-debatte
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Wiebke Winter MdBB
