Personaluntergrenzen für Pflegeeinrichtungen

Die Staatsregierung wird aufgefordert, sich auf Bundesebene dafür einzusetzen, dass der im Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD verankerte Auftrag an Krankenkassen und Krankenhäuser, Personaluntergrenzen für alle bettenführenden Abteilungen festzulegen, zügig umgesetzt wird. Der Dringlichkeitsantrag der CSU-Fraktion wurde von der SPD und den Freien Wählern unterstützt und damit angenommen. Die GRÜNEN enthielten sich in der Abstimmung.

Weiterlesen
Dafür gestimmt
122
Dagegen gestimmt
0
Enthalten
11
Nicht beteiligt
47
Abstimmungsverhalten von insgesamt 180 Abgeordneten.
Name Absteigend sortieren FraktionStimmkreisStimmverhalten
Porträt von Ludwig Hartmann.Ludwig HartmannDIE GRÜNEN102 - München-Bogenhausen Enthalten
Portrait von Johann HäuslerJohann HäuslerFREIE WÄHLER704 - Augsburg-Land, Dillingen Dafür gestimmt
Portrait von Ingrid HecknerIngrid HecknerCSU109 - Altötting Dafür gestimmt
Portrait von Jürgen HeikeJürgen HeikeCSU404 - Coburg Nicht beteiligt
Portrait von Hans HeroldHans HeroldCSU510 - Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim, Fürth-Land Dafür gestimmt
Portrait von Florian HerrmannFlorian HerrmannCSU116 - Freising Dafür gestimmt
Portrait von Joachim HerrmannJoachim HerrmannCSU508 - Erlangen-Stadt Nicht beteiligt
Portrait von Leopold HerzLeopold HerzFREIE WÄHLER710 - Lindau, Sonthofen Dafür gestimmt
Portrait von Alexandra HiersemannAlexandra HiersemannSPD507 - Erlangen-Höchstadt Dafür gestimmt
Portrait von Johannes HintersbergerJohannes HintersbergerCSU Dafür gestimmt
Bild MdL Michael HofmannMichael HofmannCSU405 - Forchheim Dafür gestimmt
Portrait von Klaus HoletschekKlaus HoletschekCSU712 - Memmingen Dafür gestimmt
Portrait von Florian HölzlFlorian HölzlCSU Dafür gestimmt
Portrait von Gerhard HoppGerhard HoppCSU302 - Cham Dafür gestimmt
Portrait von Erwin HuberErwin HuberCSU202 - Dingolfing Dafür gestimmt
Portrait von Marcel HuberMarcel HuberCSU121 - Mühldorf a. Inn Dafür gestimmt
Portrait von Martin HuberMartin HuberCSU Dafür gestimmt
Portrait von Thomas HuberThomas HuberCSU113 - Ebersberg Dafür gestimmt
Portrait von Melanie HumlMelanie HumlCSU402 - Bamberg-Stadt Dafür gestimmt
Portrait von Otto HünnerkopfOtto HünnerkopfCSU605 - Kitzingen Dafür gestimmt
Portrait von Hermann ImhofHermann ImhofCSU Nicht beteiligt
Portrait von Oliver JörgOliver JörgCSU610 - Würzburg-Stadt Dafür gestimmt
Portrait von Christine KammChristine KammDIE GRÜNEN Enthalten
Portrait von Michaela KaniberMichaela KaniberCSU111 - Berchtesgadener Land Nicht beteiligt
Portrait von Annette KarlAnnette KarlSPD308 - Weiden i.d. OPf. Nicht beteiligt

Eine gute Versorgung im Krankenhaus zum Wohle der Patienten setzte eine angemessene Personalausstattung in jedem Bereich voraus, in dem Patienten versorgt werden. Es sei daher notwendig, verbindliche Pflegepersonaluntergrenzen festzulegen. Fast jedes zweite Krankenhaus in Bayern schriebe aber rote Zahlen. Der größte Kostenfaktor sei dabei das Personal. Die zusätzlichen Personalkosten dürfen die Krankenhäuser folglich nicht zusätzlich finanziell belasten.

Kathi Petersen (SPD) wies auf die Notwendigkeit zur Verbesserung der Situation im Bereich der Pflege hin. In den Krankenhäusern sei die Überlastung des Personals der Normalzustand. Es fielen zu viele Überstunden an, Pausenzeiten könnten nur selten eingehalten werden und Doppelschichten seien an der Tagesordnung. Es könne nicht darauf gewartet werden, bis die Vereinbarungen aus dem GroKo-Koalitionsvertrag umgesetzt würden. Der Personalschlüssel müsse so hoch sein, dass er für eine bedarfsgerechte Versorgung und Pflege der Patientinnen und Patienten ausreiche. Daher wolle die SPD den Antrag der CSU, der die zügige Umsetzung des Koalitionsvereinbarungen fordert, unterstützen.

Bernhard Seidenath (CSU) sagte, eines der größten Hemmnisse auf dem Weg zu besserer Pflege sei aktuell der Fachkräftemangel. Die CSU habe viel getan, um die Situation zu verbessern. So sei ein eigenes Staatsministerium für Pflege und eine Vereinigung der Pflegenden in Bayern geschaffen worden. Außerdem sei die Pflegedokumentation entbürokratisiert worden. Einige Forderungen der SPD habe die CSU in ihren Antrag aufgenommen, so die Forderung nach der Festlegung der Personaluntergrenzen. Wichtig sei insbesondere, dass die zusätzlichen Personalkosten die Krankenhäuser nicht zusätzlich belasten dürfen, dass es also einen finanziellen Ausgleich geben müsse.

Dr. Peter Bauer (FREIE WÄHLER) verwies auf die gemeinsamen Positionen von Freien Wählern, SPD und CSU im Bereich der Pflege. Es sei gut, dass nun endlich auch die Forderung seiner Partei nach Sicherstellung bedarfsgerechter Versorgung, sowohl am Tag als auch in der Nacht, aufgegriffen worden sei. Die Freien Wähler würden die Anträge der SPD und CSU unterstützen, es sei aber zu bedenken, dass dadurch noch kein einziger Pflegeplatz geschaffen würde. Arbeitsbelastung und Bürokratie müssten reduziert werden, Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die Bezahlung müssten hingegen verbessert werden.

Christine Kamm (GRÜNE) kritisierte, der Pflegenotstand sei viel zu lange auf allen politischen Ebenen ignoriert worden. Es reiche nun nicht aus, Personaluntergrenzen zu definieren, um die vorhandenen Probleme zu lösen. Es bräuchte geeignete Personalmessinstrumente und verbindliche Regelungen zur Personalausstattung, die sich am tatsächlichen Bedarf orientieren. Ambulante Pflegeeinrichtungen und Hebammen seien in den vorliegenden Anträgen gänzlich vergessen worden. Neben besserer Bezahlung bräuchte es für Pflegekräfte mehr Kompetenzen und echte Aufstiegs- und Karrierechancen. So würde deutlich, Pflege sei eine eigenständige Profession und nicht eine Entlastungstätigkeit für Ärztinnen und Ärzte.

Melanie Huml (CSU) verwies auf die Bemühungen der Bundesregierung, Maßnahmen zur Verbesserung der Situation in der Alten- und Krankenpflege zu ergreifen. So z.B. ein Sofortprogramm für 8.000 Fachkräftestellen für die medizinische Behandlungspflege in der Altenpflege. Für Bayern sei die Weiterentwicklung verbindlicher Personalbemessungsinstrumente in der Altenpflege sowie die vollständige Refinanzierung von Tarifsteigerungen im Krankenhaus wichtig.