Warum wurde das Strom VKG verabschiedet ohne die Zukunftstechnologie der Stromspeicher zu integrieren. Ist dies wirklich für Schleswig Holstein der richtige Weg?
Betreff: StromVKG: Meine Forderung zur Bundesratssitzung – Korrektur der Fehlsteuerung
Sehr geehrte(r) Abgeordnete(r) / sehr geehrte Damen und Herren,
nach dem gestrigen Bundestagsbeschluss zum StromVKG wende ich mich als Bürger/in Ihres Bundeslandes an Sie. Dass dieses Gesetz trotz massiver Kritik an der systemischen Benachteiligung von Speichern und der fossilen Bindung verabschiedet wurde, ist ein schwerer Fehler für Verbraucher und Wirtschaft.
Ich fordere Sie nachdrücklich auf: Setzen Sie sich im weiteren Prozess, insbesondere bei der anstehenden Bundesratssitzung, für eine grundlegende Korrektur dieser Fehlsteuerung ein. Die künstliche 10-Stunden-Hürde für Kapazitäten muss fallen, um klimaneutrale, dezentrale Batterietechnologien nicht länger künstlich aus dem Markt zu drängen. Wir brauchen eine Energiewende, die nicht auf teuren, fossilen Provisorien und neuen Umlagen basiert, sondern auf intelligenter, zukunftsfähiger Speicherinfrastruktur.
Der Bundesrat kann helfen
Sehr geehrter Herr S.,
das Strom-VKG ist das Ergebnis intensiver Verhandlungen und hat inzwischen den Bundesrat passiert. Gegenüber dem ursprünglichen Gesetzentwurf konnten dabei wichtige Verbesserungen erreicht werden.
Dazu zählen insbesondere:
- die Anhebung des Höchstwerts für Gebote in den Ausschreibungen für Langzeit- und Erzeugungskapazitäten,
- die Regelung, dass die erforderlichen Sicherheiten erst vor der Inbetriebnahme der Anlagen hinterlegt werden müssen,
- der Verzicht auf den ursprünglich vorgesehenen Südbonus in seiner geplanten Form sowie die Erweiterung der Regelungen zur Produktherkunft.
Richtig ist, dass das Strom-VKG derzeit den Schwerpunkt auf Gaskraftwerke legt, die perspektivisch auf Wasserstoff (H₂-ready) umgestellt werden können. Batteriespeicher sind jedoch nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Vielmehr ist für die Ausschreibungsrunde im Mai 2027 mit einem Volumen von rund 2 GW vorgesehen, gezielt Speicherkapazitäten auszuschreiben.
Aus Sicht Schleswig-Holsteins bleibt der weitere Ausbau von Stromspeichern ein zentraler Baustein für das Gelingen der Energiewende. Gerade in einem Land mit einem hohen Anteil erneuerbarer Energien sind Speichertechnologien unverzichtbar, um Erzeugung und Verbrauch besser miteinander in Einklang zu bringen. Entscheidend wird daher sein, dass künftige Ausschreibungen und gesetzliche Weiterentwicklungen dieser Bedeutung noch stärker Rechnung tragen.
Viele Grüße
Andreas Hein
