Wie sollen Riesen-Rechenzentren wie das geplante in Schuby vor Angriffen geschützt werden?

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Frage von Yvonne S. •

Wie sollen Riesen-Rechenzentren wie das geplante in Schuby vor Angriffen geschützt werden?

In Schuby und Busdorf sollen riesige Rechenzentren "auf der grünen Wiese" und in unmittelbarer Nähe von Umspannwerken entstehen. Neben diversen ökologischen Problemen (Klimakrise, Wasserverbrauch, Abwärme etc.) dürfte eine solch kritische Infrastruktur ein potenzielles Ziel für Angriffe (real oder Cyberattacken) werden.

Wie ist das Land Schleswig-Holstein darauf vorbereitet? Gibt es überhaupt Pläne für den Schutz einer solchen kritischen Infrastruktur? Ist sichergestellt, dass die Investoren nicht aus unsicheren Staaten stammen?

Und wie stellen Sie sicher, dass der Betrieb nicht massive Auswirkungen auf das Klima und die Wasserversorgung der Region nimmt?

Quellen:

https://taz.de/Energiewende-in-Schleswig-Holstein/!6196270/

https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/rechenzentren-in-nordfriesland-das-planen-die-investoren,rechenzentrum-langenhorn-100.html

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Antwort von CDU

Sehr geehrte Frau S.,
Rechenzentren in Schleswig-Holstein sind auch eine Chance, die gilt es zu nutzen.
Schleswig-Holstein hat durch den starken Ausbau der erneuerbaren Energien einen erheblichen Standortvorteil. Diesen Vorteil wollen wir für Wertschöpfung, Investitionen und Arbeitsplätze im Land nutzen. Rechenzentren können dabei ein wichtiger Bestandteil einer modernen digitalen Infrastruktur sein. Denn auch die Nutzung von Digitalen Anwendungen und das Speichern von Daten nimmt immens zu. Gleichzeitig gilt aber auch, größer und leistungsintensiver solche Anlagen werden, desto höher sind auch die Anforderungen an Sicherheit, Umweltverträglichkeit und Infrastruktur. Die Investoren und Betreiber suchen solche Standorte sorgfältig aus, denn es müssen an den Standorten gewisse Infrastrukturen (Fläche, Energie, Datenleitung, etc.) vorhanden sein.

Schutz vor physischen Angriffen und Cyberangriffen, eine Aufgabe die dauerhaft besteht.
Rechenzentren dieser Größenordnung sind zweifellos als besonders schützenswerte Infrastruktur zu betrachten. Das gilt insbesondere dann, wenn sie unmittelbar an wichtige Stromnetze und Umspannwerke angebunden sind. Wir müssen deshalb von Anfang an sicherstellen, dass physischer Objektschutz, Brandschutz, Ausfallsicherheit und Cybersicherheit dem hohen Gefährdungspotenzial entsprechen.

Um keine Lücke zwischen Planung und Sicherheitskonzept entstehen zu lassen, müssen alle in ihrem Verantwortungsbereich, von Kommunen, den Betreibern, den Netzbetreibern und den zuständigen Sicherheitsbehörden frühzeitig klären, welche Schutzmaßnahmen erforderlich sind. Dazu gehören unter anderem redundante Strom- und Kommunikationswege, Notstromversorgung, Schutz vor Sabotage und unbefugtem Zutritt sowie moderne Cyberabwehr.

Auch wir als Land bereiten uns darauf vor, beispielsweise hat unsere Landesregierung eine enge Kooperation mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vereinbart. Zudem gibt es eine enge Vernetzung zwischen den einzelnen Landesbehörden, IT-Dienstleistern, Kommunen und der Bundesebene im Bereich der Architektur der IT-Sicherheit. 
Dennoch möchte ich anmerken, eine vollständige Sicherheit wird es leider nicht geben.

Ein möglicher Wasserverbrauch muss von Anfang an Bestandteil der Genehmigung sein.
Für jeden Standort muss nachvollziehbar sein, wie viel Wasser tatsächlich benötigt wird, aus welcher Quelle es stammt und welche Auswirkungen dies auf die regionale Wasserversorgung hat – auch unter den Bedingungen zunehmender Trockenperioden und des Klimawandels.

Wasser ist keine beliebig verfügbare Ressource. Deshalb müssen besonders wassersparende Kühltechnologien eingesetzt werden, soweit dies technisch und wirtschaftlich möglich ist. Die Auswirkungen auf Grundwasser und regionale Wasserkreisläufe müssen vor einer Genehmigung belastbar untersucht werden.
Neue Wege gehen – es gibt auch Projekte, bei denen beispielsweise aufbereitetes Abwasser über Wärmetauscher für die Kühlung genutzt werden soll. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, die entstehende Abwärme in Wärmenetze einzuspeisen und damit Kommunen bei einer klimafreundlichen Wärmeversorgung zu unterstützen. Richtig geplant und umgesetzt, können Rechenzentren damit nicht nur hier verfügbare erneuerbare Energie verbrauchen, sondern auch einen zusätzlichen Mehrwert für die Region schaffen.

Rechenzentren werden gebraucht – auch, damit unsere Daten sicher und verlässlich in Deutschland und möglichst auch in Schleswig-Holstein verarbeitet und gespeichert werden können. Sie können für unser Land eine große Chance sein, wenn sie erneuerbare Energien sinnvoll nutzen, regionale Wertschöpfung schaffen, hohe Sicherheitsstandards erfüllen und die Auswirkungen auf Umwelt und Infrastruktur umfassend berücksichtigen.

Herzliche Grüße
Andreas Hein

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