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Von wem und wann würde, laut Reformvorhaben der Regierungsparteien, die unbezahlte Carearbeit, das Fundament unserer Wirtschaft, getan werden, wenn mehr Zeit für Erwerbsarbeit genutzt werden würde?

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Bärbel Bas
SPD
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Frage von Franziska F. •

Von wem und wann würde, laut Reformvorhaben der Regierungsparteien, die unbezahlte Carearbeit, das Fundament unserer Wirtschaft, getan werden, wenn mehr Zeit für Erwerbsarbeit genutzt werden würde?

Sehr geehrte Frau Bas,
es ist erschütternd mitzuerleben, mit welcher Selbstverständlichkeit die aktuellen Reformen der Regierung die Menschen unbeachtet lässt, deren Arbeit in Deutschland das Fundament der Wirtschaft bildet und wirtschaftlichen Erfolg erst möglich macht: Die Menschen, die unbezahlte Carearbeit leisten. Diese Menschen halten mit ihrer Arbeitsleistung nachweislich die deutsche Wirtschaft am Laufen und mehr noch: Deutschland verdankt diesen Menschen, dass es zu einer der bedeutendsten Wirtschaftsnationen der Welt werden konnte. Heute sind viele dieser Menschen von Altersarmut betroffen oder bedroht.Sie verspielen weiterhin Vertrauen in Ihre Person, in Ihre Partei und, das Schlimmste, weil brandgefährlich, in unsere Demokratie, wenn Ihre Partei die lückenhaften Darstellungen der CDU zum Thema "arbeitende Bevölkerung" übernimmt. Ja, wir werden in unserer überalternden Gesellschaft alle mehr Arbeit leisten müssen, mehr Carearbeit. Wer sonst soll sie in Zukunft tun?

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Antwort von SPD

Sehr geehrte Frau F.,

vielen Dank für Ihre Frage.

Unbezahlte Sorgearbeit – Kindererziehung, Pflege von Angehörigen, Unterstützung im familiären Umfeld – ist eine tragende Säule unserer Gesellschaft und auch unserer Wirtschaft. Sie wird auch in Zukunft gebraucht, daran besteht kein Zweifel.

Wenn wir darüber sprechen, mehr Menschen in Arbeit zu bringen, geht es deshalb nicht darum, Sorgearbeit zu verdrängen. Es geht darum, dass sich viele Menschen heute zwischen Beruf und Familie entscheiden müssen, obwohl sie beides wollen – und häufig beides leisten könnten, wenn die Bedingungen stimmen würden. Genau dort setzen wir an: Wir wollen die Hürden abbauen, die Menschen daran hindern, so viel zu arbeiten, wie sie eigentlich möchten. Dazu gehören verlässliche und ausreichende Betreuungsangebote für Kinder. Auch Arbeitszeiten, die sich besser an das Familienleben anpassen lassen, können hier einen Beitrag leisten.

Und: Sorgearbeit wird noch immer überwiegend von Frauen geleistet – mit spürbaren Folgen für ihr Einkommen und ihre Alterssicherung. Deshalb braucht es neben besseren Rahmenbedingungen auch eine fairere Verteilung dieser Arbeit zwischen den Geschlechtern. Vereinbarkeit von Job und Familie darf keine Frage sein, die allein Frauen beantworten müssen.

Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass Sie selbstverständlich die Möglichkeit haben, auch auf direktem Weg mit dem Deutschen Bundestag, seinen Abgeordneten oder mir Kontakt aufzunehmen – zum Beispiel über https://www.bundestag.de.

Mit freundlichen Grüßen

Bärbel Bas

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