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Wie wollen Sie die Situation rund um offenen Drogenhandel und -konsum in Nord-Neukölln konkret verbessern?

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Bahar Haghanipour
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Frage von Christiane S. •

Wie wollen Sie die Situation rund um offenen Drogenhandel und -konsum in Nord-Neukölln konkret verbessern?

Ich wohne rund um die Boddinstraße und erlebe dort regelmäßig offenen Drogenhandel und -konsum. Gleichzeitig sehe ich viele offensichtlich suchtkranke Menschen, denen mit bloßer Verdrängung nicht geholfen wäre.

Mich interessiert deshalb, wie Sie sowohl die Situation der Betroffenen als auch die der Anwohnerinnen und Anwohner verbessern wollen. Könnten Sie sich beispielsweise gemeinsame, regelmäßig im Kiez präsente Teams aus Suchthilfe bzw. Sozialarbeit, Ordnungsamt und Polizei vorstellen? Und wo liegt für Sie die Grenze, ab der zum Schutz der Nachbarschaft und des öffentlichen Raums auch ordnungsrechtlich eingegriffen werden sollte?

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Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Liebe Frau S.,

vielen Dank für Ihre Nachricht. Ich kenne die Situation im Boddinkiez und weiß, dass der offene Drogenkonsum und -handel für Anwohnende eine enorme Belastung im Alltag ist. Gleichzeitig sehe ich es genauso wie Sie: Es ist keine Lösung, suchtkranke Menschen immer wieder von einem Ort zum nächsten zu verdrängen.

Wir Bündnisgrüne in Neukölln setzen uns deshalb für einen Paradigmenwechsel ein: Menschen mit Suchterkrankungen müssen entstigmatisiert werden und einen verlässlichen Zugang zu Hilfe erhalten. Dazu gehören mobile Streetworker*innen, saubere Spritzenausgaben sowie offene Drogenkonsumräume. Diese Maßnahmen helfen nicht nur den Betroffenen, sondern tragen auch dazu bei, Drogenkonsum im öffentlichen Raum – etwa auf Spielplätzen, vor Schulen oder in der Nähe von Kitas – zu reduzieren.

Gerade im Boddinkiez wünsche ich mir eine verlässlichere Präsenz von Suchthilfe und Sozialarbeit, die die Menschen vor Ort erreicht und gleichzeitig dazu beiträgt, den offenen Konsum im öffentlichen Raum zu reduzieren. Wenn es darüber hinaus zu konkretem Drogenhandel, Gefährdungen oder erheblichen Beeinträchtigungen kommt, muss selbstverständlich auch ordnungsrechtlich bzw. polizeilich eingegriffen werden. Dabei sollte für mich aber nicht die Suchterkrankung eines Menschen der Grund für einen Eingriff sein, sondern eine konkrete Gefährdung oder Belastung.

Ich finde, dass wir die Situation im Boddinkiez nur dann wirklich verbessern können, wenn wir für die Anwohnenden spürbar für Sicherheit und einen guten öffentlichen Raum sorgen und gleichzeitig die Menschen, die Hilfe brauchen, nicht aus dem Blick verlieren.

Ich freue mich, dass Sie die Situation mit Verständnis für beide Seiten betrachten. Ich finde, genau diese Perspektive brauchen wir, um zu guten und nachhaltigen Lösungen zu kommen.

Mit besten Grüßen

Bahar Haghanipour

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