Würden Sie ggf. dem Drängen der CDU nachgeben und eine (Teil-) Bebauung mittragen oder ist das, auch im Hinblick auf veränderte klimatische Bedingungen (Frischluftschneise, städtischer Freiraum) für Sie definitiv ausgeschlossen?
Die Möglichkeit, das die Grünen nach der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus eine Koalition mit der CDU eingehen ist ja durchaus möglich. Wie stehen Sie in diesem Fall zur Bebauung des Tempelhofer Feldes: Würden Sie ggf. dem Drängen der CDU nachgeben und eine (Teil-) Bebauung mittragen oder ist das, auch im Hinblick auf veränderte klimatische Bedingungen (Frischluftschneise, städtischer Freiraum) für Sie definitiv ausgeschlossen?
Für mich ist klar: Das Tempelhofer Feld steht nicht zur Disposition. Eine (Teil-)Bebauung werden wir nicht mittragen. Das Tempelhofer Feld ist für Neukölln und für ganz Berlin weit mehr als eine potenzielle Baufläche. Das Feld ist Teil der Berliner Luftaustauschbahnen, trägt zur Abkühlung der Umgebung bei und ist wichtiger Natur- und Erholungsraum – gerade für Menschen auf engem Raum und ohne Garten oder Balkon. Diese Funktionen werden mit der zunehmenden Klimakrise immer wichtiger.
Darüber hinaus haben sich die Berliner*innen 2014 mit großer Mehrheit in einem Volksentscheid gegen eine Bebauung des Feldes ausgesprochen. Diesen Bürgerwillen können wir nicht einfach im Rahmen von Koalitionsverhandlungen beiseiteschieben.
Wir brauchen in Berlin dringend mehr bezahlbaren Wohnraum. Aber das Tempelhofer Feld ist dafür nicht die richtige Antwort. Es würde dort kein schnell und einfach gebauter, günstiger Wohnraum entstehen. Berlin verfügt außerdem über zahlreiche andere Potenziale – etwa bereits ausgewiesene Bauflächen, Nachverdichtung an geeigneten Stellen und die Umnutzung leerstehender Büroflächen. Wir wollen Wohnungsbau dort voranbringen, wo er sozial und ökologisch verträglich möglich ist.
Beim Schutz des Tempelhofer Feldes ist unsere Haltung eindeutig: Mit Bündnis 90/Die Grünen bleibt das Feld frei.
