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Was tun Sie um Fachkräfte im sozialen Bereich zu halten.

Portrait von Benjamin Miskowitsch
Benjamin Miskowitsch
CSU
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Frage von Anoula T. •

Was tun Sie um Fachkräfte im sozialen Bereich zu halten.

Fachkräfte im sozialen Bereich behalten mit Inhalten die zum Bleiben bewegen.

Portrait von Benjamin Miskowitsch
Antwort von CSU

Sehr geehrte Frau T.,

Bayern investiert bereits erheblich: Mit dem Programm „Pflege im sozialen Nahraum — PflegesoNah" wurden allein 2024 rund 80,9 Millionen Euro für die Modernisierung und den Ausbau von Pflegeeinrichtungen bereitgestellt — 1.769 Pflegeplätze wurden damit unterstützt. Das ist ein wichtiges Signal. Ebenso wichtig ist die Bayerische Richtlinie zur Gesundheits- und Pflegedigitalisierung (BayDiGuP), die seit Juli 2024 in Kraft ist und Digitalisierung, Automatisierung und innovative Technologien in der Pflege fördert — denn weniger Bürokratie durch digitale Prozesse bedeutet mehr Zeit für die Menschen, die Fürsorge brauchen. Mit dem Programm „Gute Pflege in Bayern — GutePflegeFöR" unterstützt der Freistaat zusätzlich Kommunen dabei, Pflegekoordination vor Ort zu stärken und Netzwerke aufzubauen, damit Fachkräfte nicht allein gelassen werden.

Im Bereich der frühkindlichen Bildung zeigt das Teamkräfteprogramm eindrucksvolle Wirkung: Bis 2029 sollen 15.000 Teamkräfte gefördert werden — ein Programm, das bereits jetzt Rekordsummen von über 190 Millionen Euro an beantragter Förderung verzeichnet. Ergänzt wird dies durch das Gesamtkonzept zur beruflichen Weiterbildung für Kindertageseinrichtungen, das berufsbegleitende Qualifizierungsmodule bietet und Quereinsteigern den Weg in den Beruf erleichtert. Und mit dem Aufstiegs-BAföG, das in Bayern 2024 ein Gesamtvolumen von 235,4 Millionen Euro erreicht hat — davon allein 67,7 Millionen Euro für die Erzieherausbildung —, schaffen wir echte Perspektiven für Menschen, die in diesen Berufen wachsen und bleiben wollen.

Doch bei aller Anerkennung dieser Programme sage ich klar: Das reicht noch nicht. Bayernweit fehlen jährlich bis zu 1.300 Fachkräfte allein in der Sozialen Arbeit. Deshalb werde ich mich im Landtag weiterhin dafür einsetzen, dass die Anerkennung ausländischer Abschlüsse schneller und unbürokratischer wird, dass Studienplätze in sozialen Berufen ausgebaut werden und dass die Mittel des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) noch gezielter eingesetzt werden, um Fachkräfte zu gewinnen, zu qualifizieren und — vor allem — zu halten.

Denn am Ende ist es eine einfache Wahrheit: Ein Land, das seine Sozialberufe nicht wertschätzt, sägt an dem Ast, auf dem wir alle sitzen. Kinder, alte Menschen, Menschen mit Behinderung, Menschen in Krisen — sie alle sind darauf angewiesen, dass wir die besten Köpfe und Herzen im sozialen Bereich halten. Das ist für mich keine Wahlkampfaussage. Das ist eine moralische Verpflichtung.

Herzliche Grüße

Benjamin Miskowitsch

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