Wie könnte das sogenannte „Sicherheitsdilemma“ aufgelöst werden? Es besteht demnach die Gefahr, dass das Beharren auf sicherheitspolitische Interessen in Kriege münden kann.
Der Politikwissenschaftler John H. Herz hat diesen Begriff geprägt. „Obwohl die Rüstung vornehmlich der Verteidigung dienen sollte, wurde sie vom politischen Gegner als Bedrohung wahrgenommen, der wiederum gleichzog, also mitaufrüstete ...“
Zitat: https://de.wikipedia.org/wiki/SicherheitsdilemmaSollte die EU Abrüstungsgespräche mit Russland führen? Um hier wie da Waffen zu reduzieren und so Sicherheit zu erreichen?Könnte dabei an die russischen Vorschläge vom 17. Dezember 2021 angeknüpft werden? Damals bot Russland den USA und der Nato Verträge über gegenseitige Sicherheitsgarantien an. Darin wurde unter anderem vorgeschlagen, keine Mittel- und Kurzstreckenraketen dort stationieren, wo sie das Territorium der anderen Partei treffen können.
Siehe dazu: https://fi-nottuln.dfg-vk.de/wp-content/uploads/sites/27/2021/12/Entwurf-eines-Friedensvertrags-Russland-Westen-17-12-2021.pdf
und https://www.infosperber.ch/politik/darum-fordert-russland-den-stop-der-nato-osterweiterung/
Sehr geehrter Herr G.,
vielen Dank für Ihre Frage zum Sicherheitsdilemma. Ich verstehe die Sorge, dass sicherheitspolitische Interessen in Eskalationsspiralen münden können, wie John H. Herz es beschrieben hat.
Das Dilemma lässt sich durch transparente Abrüstung sowie vertrauensbildende Maßnahmen abmildern. Die EU sollte multilaterale Gespräche mit allen Seiten führen, um die Anzahl der Waffen zu reduzieren und gemeinsame Sicherheit zu schaffen. Dazu zählen auch diplomatische Gespräche unter Einbezug von China, wenn ernsthaft Frieden erreicht werden soll. Gern verweise ich in dem Zusammenhang auf nachfolgendes Interview, in dem ich die Position der Linken dazu ausgeführt habe: https://www.freitag.de/autoren/nelli-tuegel/linke-cansu-oezdemir-viele-schauen-auf-die-union-aber-die-spd-machts-moeglich.
Freundliche Grüße
Cansu Özdemir
