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Wie sollen strengere Regeln beim Krankenstand die Produktivität erhöhen?

Carsten Körber MdB
Carsten Körber
CDU
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Frage von Philipp R. •

Wie sollen strengere Regeln beim Krankenstand die Produktivität erhöhen?

Sehr geehrter Herr Körber,

die Bundesregierung plant, mit einer Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag und dem Ende telefonischer Krankschreibungen die Fehlzeiten zu senken und damit die Produktivität zu steigern. Doch ein Großteil der Krankentage entfällt auf wenige Langzeiterkrankte – rund 40 % der Fehltage stammen von nur 3 % der Beschäftigten. Zudem sind internationale Vergleiche verzerrt, da viele EU‑Länder Krankmeldungen lückenhaft erfassen; 2024 nutzten nur vier Staaten ein verpflichtendes elektronisches Meldesystem. Strengere Meldepflichten treffen daher vor allem Kurzzeitfälle, während strukturelle Faktoren wie Altersstruktur und Arbeitsbedingungen stärker wirken. Der wahrgenommene Anstieg der Krankenstände ist zudem oft ein statistischer Effekt präziserer Erfassung, nicht tatsächlicher Mehrerkrankungen.

Carsten Körber MdB
Antwort von CDU

Sehr geehrter Herr R.,

vielen Dank für Ihre Frage. 

Sie weisen zu Recht darauf hin, dass ein großer Teil der Fehltage auf Langzeiterkrankte entfällt. Die geplante Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag zielt jedoch nicht auf diese Fälle, sondern auf den deutlichen Anstieg kurzfristiger, telefonisch attestierter Krankmeldungen, den mehrere Studien seit deren Einführung belegen. Hier sehen wir Handlungsbedarf, um Fehlanreize zu reduzieren.

Dass die Datenlage im EU-Vergleich uneinheitlich ist, sehe ich ähnlich – das spricht für einheitlichere Standards, nicht gegen eine verlässlichere Erfassung im Inland.
 

Die Maßnahme versteht sich als ein Baustein unter mehreren, nicht als Gesamtlösung für den Krankenstand. Strukturelle Fragen wie Arbeitsbedingungen und Altersstruktur bleiben eigene, wichtige Themen, denen wir uns ebenfalls widmen.

Mit freundlichen Grüßen
Carsten Körber
 

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