Wie geht es weiter mit heilpädagogischen Gruppen in Berliner Kitas?
Sehr geehrte Frau Wahlen,
ich bin Masterstudentin für Bildung & Beratung (KHSB) und stellv. Kita-Leiterin einer Einrichtung mit einer heilpädagogischen Gruppe. Seit Dez. 2022 gibt es keine Infos mehr zum Fortbestand oder zur Evaluation dieses Konzepts, das über das Gute-Kita-Gesetz finanziert wurde.
In der Praxis zeigt sich: Externe Evaluationen schließen heilpädagogische Gruppen aus; Übergänge in inklusive Gruppen scheitern oft an fehlenden Platzreserven und ungleichen Personalschlüsseln (0,6 vs. 0,5 VZÄ). Zudem gibt es keine klaren Kriterien, welche Kinder „mehrfach schwerstbehindert“ sind – jede Kita entscheidet selbst.
Wie soll so eine qualitätsgesicherte, inklusive Entwicklung gewährleistet werden? Wer überprüft und evaluiert diese Gruppen?
Mit freundlichen Grüßen, Vanessa Janz
Die heilpädagogischen Gruppen (HpG) sollen in Berliner Kitas weitergeführt und weiterentwickelt werden. Im November 2025 erklärte der Senat auf unsere schriftliche Anfrage hin, die HpG als integralen Bestandteil der Berliner Kita-Landschaft fortführen zu wollen. Zu diesem Zeitpunkt gab es 18 heilpädagogische Gruppen; die Zahl der Plätze sollte von 78 auf 150 Plätze erhöht und der Anteil von Heilpädagog*innen auf 20 Prozent ausgebaut werden. Die Verstetigung dieser Maßnahmen war bereits geplant.
Mit der zweiten Anfrage vom März 2026 wird deutlich, dass die weitere Ausgestaltung noch nicht abgeschlossen ist: Seit Januar 2026 läuft ein gemeinsamer Prozess zwischen dem Land Berlin und dem Paritätischen Wohlfahrtsverband zur Überprüfung und Fortentwicklung der Rahmenvereinbarung Heilpädagogische Gruppen (RV HpG). Konkrete zusätzliche Weiterentwicklungen über die bereits genannten Maßnahmen hinaus benennt der Senat bislang jedoch nicht.
Kurz gesagt: Die HpG haben grundsätzlich eine Zukunft in Berlin. Derzeit befindet sich ihre strukturelle und vertragliche Ausgestaltung jedoch in einem Weiterentwicklungsprozess. Entscheidend wird sein, welche Ergebnisse die Überarbeitung der Rahmenvereinbarung bringt und wie die Finanzierung und die geplanten 150 Plätze dauerhaft abgesichert werden.