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Warum wird nicht eine Lohnumwandlung von 2.000€ Steuer- und Sozialversicherungsfrei vorgenommen. Dann würden Arbeitgeber und Arbeitnehmer entlasset und es gäbe keine Ungerechtigkeit.

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Christian Haase
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Frage von Christoph K. •

Warum wird nicht eine Lohnumwandlung von 2.000€ Steuer- und Sozialversicherungsfrei vorgenommen. Dann würden Arbeitgeber und Arbeitnehmer entlasset und es gäbe keine Ungerechtigkeit.

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Antwort von CDU

Sehr geehrter Herr K.,

vielen Dank für Ihre Zuschrift. Sie sprechen einen Punkt an, das derzeit viele Arbeitnehmer und Unternehmen gleichermaßen empfinden: Vom zusätzlichen Brutto bleibt oft zu wenig übrig. Gerade mittlere Einkommen werden heute nicht nur durch Steuern, sondern vor allem durch hohe Sozialabgaben belastet.

Deshalb ist die Debatte über Entlastungen bei Arbeit absolut berechtigt. Wenn Arbeitnehmer mehr Netto behalten und Unternehmen gleichzeitig geringere Lohnnebenkosten hätten, würde das Arbeit attraktiver machen und unseren Standort stärken.

Ganz neu wäre Ihr Gedanke übrigens nicht. Mit der betrieblichen Altersvorsorge und der sogenannten Entgeltumwandlung gibt es bereits heute die Möglichkeit, Teile des Bruttolohns steuer- und teilweise sozialabgabenfrei für die eigene Vorsorge einzusetzen. Der entscheidende Unterschied ist allerdings: Dieses Geld bleibt zweckgebunden für die spätere Altersversorgung erhalten.

Eine generelle Steuer- und Beitragsfreiheit von 2.000 Euro monatlich für regulären Arbeitslohn würde dagegen die Finanzierung von Rente, Pflege- und Gesundheitsversorgung massiv belasten. Denn genau aus diesen Beiträgen finanzieren sich unsere sozialen Sicherungssysteme. Was kurzfristig entlastet, darf langfristig nicht zu Milliardenlücken führen.

Hinzu kommt: Sozialabgaben sind nicht nur Abzüge, sondern sichern auch persönliche Ansprüche ab – etwa bei der Rente oder im Krankheitsfall. Wer dauerhaft weniger einzahlt, erhält später häufig auch geringere Leistungen.

Trotzdem ist die Grundfrage richtig: Wie schaffen wir es, Arbeit wieder stärker zu belohnen, ohne gleichzeitig die Stabilität unseres Sozialstaates zu gefährden? Genau darüber diskutieren wir aktuell intensiv – etwa bei niedrigeren Sozialabgaben, steuerfreien Überstunden oder stärkeren Anreizen für betriebliche Vorsorge.

Denn am Ende muss gelten: Leistung muss sich wieder lohnen – aber auf einer dauerhaft soliden Grundlage.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Haase MdB

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