Was halten Sie von einer Reform der Krankenversicherung (Bürgerversicherung) der Pflegeversicherung und der Rentenversicherung?

Portrait von Christian Schwarzenberger
Christian Schwarzenberger
DIE LINKE
Zum Profil
Frage stellen
Die Frage-Funktion ist deaktiviert, weil Christian Schwarzenberger zur Zeit keine aktive Kandidatur hat.

Was halten Sie von einer Reform der Krankenversicherung (Bürgerversicherung) der Pflegeversicherung und der Rentenversicherung?

In den skandinavischen Ländern sind die Sozialversicherungen viel effektiver
und kostengünstiger!
Die Trennung von Beamtenpensionen und Beamtenkrankenkassen von den
Sozialversicherungen ist nicht mehr zeitgemäß!

Die Frage ist auch, zum Beispiel, wenn eine Mutter, statt arbeiten zu können.
Ihr ganzen Arbeitsleben, behinderte Kinder versorgt hat?
Geht sie dann, da sie nicht eingezahlt bei der Rentenversicherung fast
leer aus?
Sind wir noch ein Sozialstaat oder ein auf Geld basierende Gemeinschaft?
Sind die Altersresistenzen nur noch für Reiche erschwinglich oder hat
jeder ein Recht auf ein auskömmliches Leben?
Das sind Fragen, die uns alle „durch den Kopf gehen“ müssten!
Da sind Fragen wie Beiträge, zum Beispiel, zur Nato, zum Bau
neuer Straßen oder Geschwindigkeitsbeschänkungen eigentlich
belanglos.
Ich erwarte von der neuen Bundesregierung eine Reform
sozialer bzw. gesellschaftspolitischer Gesetze als
„Ein-Weiter-So“!

Frage von Wolfgang S. am
Portrait von Christian Schwarzenberger
Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 2 Tage 18 Stunden

DIE LINKE will die Abschaffung der Trennung zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung. Wir wollen ein Ende der Zwei-Klassen Medizin. Es brauche eine solidarische Gesundheitsversicherung in der alle einzahlen. Dazu wollen wir die Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze, wodurch die Beiträge für die Krankenversicherung von 15% auf 12% sinken würden.

Auch in der Rente wollen wir durch die Vereinheitlichung der Renten- und Pensionskassen das Rentensystem stärken. In Österreich ist dieser Prozess erfolgreich gelungen. Auch wir müssen ihn angehen. Dadurch würde sich ein viel höheres Rentenniveau ergeben. Zusätzlich dazu fordern wir eine solidarische Mindestrente von 1.200 Euro. Dies würde gerade Menschen helfen, die keine durchgängige Berufslaufbahn haben und sich zum Beispiel um die Versorgung von Kindern gemütert haben. Meine Mutter hätte akuell mit 67 gerade Mal einen Rentenanspruch von knapp 800 €, wenn sie die nächsten zehn Jahre weiterarbeitet mit ihrem aktuellen Einkommen. Nach über 40 Jahren Erwerbsarbeit. Vorporgrammierte Altersarmut. Das müssen wir verhindern.

Wir brauchen wieder einen starken Sozialstaat! Hier ist in den letzten Jahrzehnten viel kaputt gemacht worden. Dafür brauchen wir endlich eine Umverteilung des vorhandenen Reichtums. Auch bei den von Ihnen angesprochenen Bereiche wie Straßenausbau oder Militär sehe ich Einsparpotentiale. Das Geld wäre woander sinnvoller angelegt.

Lassen Sie uns gemeinsam dafür kämpfen, dass es nach der Wahl endlich wieder sozialer wird! Vielen Dank für Ihre Fragen