Frage an Christian Weidner bezüglich Gesellschaftspolitik, soziale Gruppen

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Christian Weidner
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Frage an Christian Weidner von Hubert S. bezüglich Gesellschaftspolitik, soziale Gruppen

Eschenbach befindet sich am Rande des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr Wir ertragen ständig Flug- und Schieß- Bombardierungs- und Sprenglärm. Das Gelände im Truppenübungsplatz ist zum Teil verbrannt, verstrahlt und furchtbar verseucht. Die Zahlen für Erkrankungen an Krebs sind hier angeblich deutlich höher als im restlichen Deutschland. Wir sind hier Grenzland deswegen, weil von Auerbach bis Amberg eine Grenze entlang läuft. Innerhalb dieser Grenzen wohnt niemand, da wird nur scharf geschossen. Der Truppenübungsplatz bildet immer noch eine Grenze für viele umliegende Gemeinden. Besonders schlimm für den zertrümmerten Altlandkreis Eschenbach. Gastronomie, Handel, Handwerk, Hotelgewerbe, Ärzte und Kleinunternehmen haben an der Grenze zum Übungsplatz nur halbes Einzugsgebiet, dort wohnt kein Mensch mehr der als Kunde in Frage kommt. Tragen Sie dazu bei, daß rund um den Truppenübungsplatz Grafenwöhr ein gefördertes Grenzlandgebiet entsteht. Helfen Sie, daß unsere wirtschaftlichen Nachteile endlich ausgeglichen werden. Großsiedlung Netzaberg. Wie stand damals so schön in der Zeitung: Im 4-Städtedreieck herrscht Goldgräberstimmung. Die Politik sprach von vielen Aufträgen für die unmittelbare Region. Alles nur leeres Gerede! So gut wie nix blieb in der Region. Die Siedlung steht, doch was wird die Zukunft für „Newtown“ und den Netzaberg bringen wenn schon jetzt immer weniger Wohnungen und Häuser in der Gegend zu vermieten sind? Hoffentlich nicht irgendwann ein Ghetto für Gruppen die man in den großen Städten nicht haben will. Als die Grenzen zum Osten noch zu waren gab es für die Grenzregionen Grenzlandhilfen, z. B. durften Firmen bei Angeboten um 10 bzw. 15 % teuerer sein als Mitbewerber und bekamen die Aufträge trotzdem. Was können Sie dazu beitragen, daß das Randgebiet des Truppenübungsplatzes endlich als Grenzland behandelt wird und was könnte vom Staat dafür getan werden, diese eklatanten Nachteile auszugleichen? Wie sieht Ihre Lösung für uns aus?

Frage von Hubert S. am
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Zeit bis zur Antwort: 2 Tage 17 Stunden

Sehr geehrter Herr S.,

der Truppenübungsplatz in Grafenwöhr ist unserem Kreisverband in Weiden schon lange suspekt. Neben den von Ihnen angesprochenen Faktoren (warum muss eigentlich so oft Nachts geschossen werden?) kommt noch hinzu, dass der Bevölkerung noch immer die "Arbeitsplatzlüge" aufgetischt wird, hier fehlen einfach belastbare Zahlen ( Qualität der Arbeitsplätze, soziale Absicherung - übernimmt die US Army alle Kosten oder wird Deutschland wieder in die Pflicht genommen)

Was zahlen die USA eigentlich für die Nutzung eines solchen riesigen Areals? Oder sind wir noch Besatzungszone?

Denken Sie auch an die Risiken in den umliegenden Ortschaften, der Absturz des Kampfjets im August 2015 muss als Warnung dienen! Die US-Army übt für ihre Kriege ohne Rücksicht auf Verluste. Sie fliegt auch über bayerischem Gebiet und gefährdet damit das Leben der Menschen, die hier wohnen.

Es muss nun endlich ein genereller Stopp des Kriegstrainings in Bayern vorangetrieben werden. Das heißt, einen Abzugsplan und Konversionsmaßnahmen für eine zivile Nachnutzung des Trainingsgebietes durchzusetzen. Dazu muss die bayerische Staatsregierung mit den handelnden Akteuren einen Plan zur Umsetzung erarbeiten. Natürlich ist hier auch Berlin gefragt!