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Wie stehen stehen Sie zur Rentenfrage? Wie werden Sie abstimmen?

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Christos Pantazis
SPD
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Frage von Thomas S. •

Wie stehen stehen Sie zur Rentenfrage? Wie werden Sie abstimmen?

Alle Freunde und Bekannte von mir, die 40 Jahre oder 45 Jahre gearbeitet, bzw. im Justizvollzug oder Polizeidienst tätig waren, sind leider sehr früh verstorben. Sie hatten nicht viel von ihrer Rente oder Pension. Das ist traurig. Ein weiterer Anstieg des Eintrittsalters ist für mich unmenschlich. Vielmehr sollte es in ganz Europa vereinheitlicht werden.

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Antwort von SPD

Sehr geehrter Herr S.,

danke für Ihre Frage. Gerade in körperlich und psychisch besonders belastenden Berufen wie Polizei, Justizvollzug oder der Pflege ist die Diskussion über das Renteneintrittsalter keine abstrakte politische Debatte, sondern betrifft die Lebensrealität vieler Menschen. Aus meiner Sicht muss gelten: Wer jahrzehntelang gearbeitet und Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung geleistet hat, muss sich auf verlässliche Rahmenbedingungen verlassen können. Deshalb sehe ich eine pauschale Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters kritisch. Die steigende Lebenserwartung ist zwar ein wichtiger Faktor für die langfristige Finanzierung der Rentenversicherung. Gleichzeitig unterscheiden sich jedoch die gesundheitliche Belastung und die tatsächliche Lebenserwartung je nach Beruf und sozialer Situation erheblich. Dies muss in politischen Entscheidungen berücksichtigt werden.

Ebenso wichtig ist für mich der Vertrauensschutz. Viele Menschen haben ihre Lebens- und Berufsplanung auf Grundlage der geltenden Regelungen getroffen - etwa mit Blick auf den abschlagsfreien Renteneintritt nach 45 Beitragsjahren. Sollten sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen künftig ändern, dürfen diejenigen, die kurz vor dem Ruhestand stehen, nicht nachträglich benachteiligt werden. Übergangsregelungen wären deshalb unverzichtbar. Unabhängig davon steht die gesetzliche Rentenversicherung angesichts des demografischen Wandels vor großen Herausforderungen. Aus meiner Sicht liegt die Lösung jedoch nicht allein in einer weiteren Anhebung des Renteneintrittsalters. Ebenso wichtig sind eine hohe Beschäftigung, gute Löhne, eine stabile Einnahmebasis der Rentenversicherung sowie Maßnahmen, die Menschen ein gesundes Arbeiten bis zum Renteneintritt ermöglichen.

Den Gedanken einer stärkeren europäischen Angleichung kann ich grundsätzlich nachvollziehen. Allerdings unterscheiden sich die Rentensysteme, Arbeitsmärkte und sozialen Sicherungssysteme der Mitgliedstaaten derzeit noch erheblich. Deshalb erscheint eine einheitliche Regelung auf europäischer Ebene kurzfristig nicht realistisch. Eine konkrete Abstimmung über eine weitere Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters steht derzeit im Deutschen Bundestag nicht an. Sollte es hierzu künftig einen Gesetzentwurf geben, werde ich ihn sorgfältig anhand der genannten Maßstäbe bewerten.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Christos Pantazis MdB

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